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In dieser wild-abgedrehten Westernkomödie spielt Adam Sandler den geheimnisvollen Einzelgänger Tommy "White Knife" Stockburn, der von Indianern aufgezogen wurde. Als eines Tages sein leiblicher Vater (gespielt von Nick Nolte) auftaucht und kurz darauf von Banditen entführt wird, begibt sich Tommy auf eine abenteuerliche Rettungsmission – und entdeckt dabei, dass er fünf ebenso schräge Halbbrüder hat, von denen er bisher nichts wusste. Gemeinsam macht sich das chaotische Sextett auf, ihren Vater zu retten – und stolpert dabei von einer verrückten Situation in die nächste.

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Ein Sandler-Film, der überrascht


Wer Adam Sandler kennt, hat oft eine ziemlich klare Erwartung: flache Gags, überdrehte Figuren und Geschmackssachen-Humor. Doch bei The Ridiculous 6 ist einiges anders – und zwar positiv. Der Film ist nicht nur von Adam Sandler produziert, sondern auch von ihm mitgeschrieben, und man merkt sofort: Hier wurde nicht einfach ein müder Klamauk abgeliefert, sondern eine echte Herzensangelegenheit mit großem Aufwand inszeniert.

Der Film ist gespickt mit hochkarätigen Stars, darunter Terry Crews, Jorge Garcia, Luke Wilson, Rob Schneider, und Taylor Lautner, der in einer der lustigsten Rollen seiner Karriere völlig gegen den Strich besetzt wurde: als geistig zurückgebliebener, aber liebenswerter Bruder mit Grinse-Face und grenzenlosem Enthusiasmus. Gerade Lautners Darstellung ist ein Comedy-Highlight, das man ihm nach Twilight niemals zugetraut hätte.

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Absurdität trifft Western-Romantik


Die Story selbst ist natürlich völlig überzogen, hanebüchen und teils herrlich sinnfrei – aber genau das macht den Reiz des Films aus. Der Humor schwankt zwischen Klamauk, Parodie und schrägem Slapstick, funktioniert aber dank der gut aufgelegten Besetzung und der vielen kleinen Gags meist erstaunlich gut. Man merkt einfach: Die Darsteller hatten Spaß an der Sache, und das überträgt sich auf den Zuschauer.

Visuell überrascht The Ridiculous 6 ebenfalls: Die Kameraarbeit und Ausstattung sind hochwertig, die Western-Kulissen stimmungsvoll, und der Soundtrack passt perfekt ins Gesamtbild. Man könnte fast sagen: das ist die hochglanzpolierte Parodie auf klassische Western-Epen – irgendwo zwischen Blazing Saddles und Rango, aber eben auf typisch Sandler'sche Weise.

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Spannende Hintergrund-Fakten


The Ridiculous 6 war der erste Netflix-Originalfilm von Happy Madison, Adam Sandlers Produktionsfirma. Das war 2015 noch ein Novum.

Der Film wurde massiv vorab kritisiert, teilweise wegen Klischeedarstellungen und fragwürdigem Humor, doch Sandler blieb gelassen – sein Humor polarisiert eben.

Trotz schlechter Kritiken hatte der Film auf Netflix einen Rekordstart: Laut Netflix war es „der meistgestreamte Film in den USA direkt nach Release“ (Stand 2015).

Viele Cameos und Gastauftritte sorgen für zusätzliche Lacher – etwa Harvey Keitel, Danny Trejo und Vanilla Ice als… Mark Twain!

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Fazit

Mehr als nur Klamauk


The Ridiculous 6 ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber für Fans von abgedrehtem Humor, Parodien und schrägen Charakteren definitiv einen Blick wert. Wer mit den Erwartungen reingeht, einfach mal den Kopf auszuschalten und Spaß zu haben, wird mit durchgeknallten Figuren, übertriebenen Situationen und einem überraschend hochwertigen Film belohnt. Adam Sandler mag oft ein Garant für Trash sein – diesmal aber trifft er ins Schwarze.

Laut, albern, wild – aber mit Herz, Handwerk und einer herrlich durchgedrehten Westernwelt.

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