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Bevor Jet Li mit „Lethal Weapon 4“ seinen Siegeszug in Hollywood antrat, lieferte er mit „Hitman“ seinen (vorerst) letzten Beitrag in Hongkong ab. Dieser moderne Actionkracher erreicht zwar nicht die Qualität seiner alten Filme, kann sich aufgrund der knackigen Inszenierung trotzdem sehen lassen.

Jet Li darf dabei in die Rolle des warmherzigen und naiven Fung schlüpfen, der nur ungern von seinen außerordentlichen Martial Arts Talenten Gebrauch macht. Damit gleicht sein Charakter in etwa denen die er später z.B. in „Romeo Must Die“ oder auch „Unleashed“ verkörperte. Jedenfalls versucht Fung sich als Profikiller einen Namen zu machen, wird dabei aber von seinen Kollegen nur müde belächelt. Währenddessen wird ein hochrangiger japanischer Gangsterboss von einem mysteriösen Killer kaltblütig ermordet. Der hat sich aber gut versichert und im Falle eines gewaltsamen Ablebens auf den Kopf des Auftraggebers 100 Millionen $ ausgeschrieben. Fung wittert seine Chance, als der findige Aufschneider Lo (Eric Tsang) verspricht sein Agent zu werden. Zusammen heften sich die beiden an die Spur des Mörders und bringen sich damit in große Gefahr…

Das Hongkong-Actionkino zeichnete sich bisher selten für originelle Drehbücher aus, ein Fakt der auch „Hitman“ zu schaffen macht. So ist die Geschichte um den Killer nicht wirklich neu und über weite Strecken auch nicht sonderlich innovativ. Der Haupthandlungsstrang wird im Mittelteil fast völlig fallen gelassen und erst wieder gegen Ende aufgegriffen. Dafür werden uns die Figuren menschlich näher gebracht. Zwar bleibt Jet Li’s naiver Charakter relativ blass, dafür überzeugt sein Sidekick Eric Tsang. So gehen einige witzige Szenen auf sein Konto und auch das etwas gespaltene Verhältnis zu seiner Tochter wird aufgegriffen. Die kleinen amüsanten Gespräche und ein bisschen Slapstick lockern die ernste Geschichte angenehm auf, gehen aber nie soweit alles unglaubwürdig scheinen zu lassen. Wer ein hartes Non-Stop Actionabenteuer erwartet wird jedoch etwas enttäuscht sein, denn „Hitman“ nimmt besonders im Mittelteil das Tempo raus. Dennoch sind die Szenen zwischen Li und Tsang nie langweilig, weil die Chemie zwischen beiden stimmt. Mit Simon Yam als Polizist ist zudem ein weiterer Star in einer Nebenrolle zu sehen, schade nur dass diese eher klein ausfällt.

Im letzten Drittel drückt dann Regisseur Stephen Tung Wai doch noch ordentlich auf die Tube und wird dem fulminanten Auftakt gerecht. Jet Li bekommt damit auch die Szenen zugestanden in denen er sich profilieren kann. So glänzt Li wieder mit einer exzellenten Körperbeherrschung und zeigt sich zur Abwechslung mal wieder von seiner härteren Seite. Im Finale findet alles Verwendung was einen modernen Actioner Marke Hongkong ausmacht: harte und realistische Kampfszenen, akrobatische Stunts und sogar etwas Schwertkampf. Die Choreographie lässt keine Wünsche offen, da hätte man durchaus noch etwas mehr Szenen im Film verteilen können.

Fazit:
Ein Actionfeuerwerk ist „Hitman“ nicht geworden, dafür halten sich entsprechende Szenen zu sehr in Grenzen. Die Subplots sind unterhaltsam, nehmen aber etwas die Luft raus. Erst der knüppeldicke Showdown entschädigt mit klasse Action.


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