Review

Inhalt:

China, wohl zum Anfang der manchurischen Qing-Dynastie (1644 - 1911). Der manchurische Prinz Lord Qin Qan (Ku Feng) ist ein grausam-sadistisch veranlagter Despot, der ´seine´ Provinz auspressend tyrannisiert. Er ist jedoch von einem tödlichen Geschwür an der Schulter befallen, ihm droht das baldige Ableben.

Als ihm seine Leibärzte nicht helfen können, lässt er diese eiskalt hinrichten. Nunmehr wird der kaiserliche Arzt Fu (Hao Li-Jen) genötigt, Qin Qan zu untersuchen. Fu kann zwar das Geschwür auch nicht behandeln, kann aber die Art der Vergiftung diagnostizieren und einen Behandlungsweg aufzeigen. Qin Qan benötigt eine spezielle und sehr seltene Heil-Wurzel, und diese kann nur der Kräuter-Doktor Tan (Yang Chieh-Ching) besorgen. Fu setzt eine Überweisung auf, doch Lord Qin Quan lässt auch ihn daraufhin hinrichten. Dies bewerkstelligt Qin´s Leibwache, der Kämpfer Sima Jun (Lo Lieh), mit seinen Todes-Bumerangs, Wurf-Klingen die für die Enthauptung des Opfers sorgen.

Sima Jun wird nunmehr beauftragt, die Heil-Wurzel zu beschaffen. Der paranoide Lord schickt indes 6 Fighter aus seinem Umfeld hinterher, die Sima Jun bewachen sollen, Qin Qan vertraut niemandem wirklich. Diese Kämpfer sind Miu Fei (Fan Mei-Sheng), Chen (Chiang Yang), Fang Song (Norman Tsui), Peng Da Hu (Wang Han-Chen), Niu Jin Sing (Ko Hung) und die rassige, äußerst attraktive Miss Sha ("Terry" Lau Wai-Yue). Sima Jun erreicht den Kräuter-Doktor, nimmt ihm die Wurzel ab, und tötet auch ihn mit den Wurf-Klingen. Die Tochter des Doktors, die schöne Tan Li (Nancy Yen Nan-See), entdeckt ihren toten Vater, und schwört Sima Jun blutige Rache...!

Auf seiner Rückkehr zum Palast des Prinzen verliert indes Sima Jun die Wurzel an seinen ehemaligen KungFu-Mitschüler Er Long (Anthony Lau aka Liu Yung), der verhindern will, dass der Prinz überlebt. Sima gelingt es, die Wurzel wiederzuerlangen, und tötet dabei die Mutter (Ou-Yang Sha-Fei) Er Longs, wieder mit den Wurf-Klingen. Auch Er Long schwört daraufhin dem Mörder Rache.

Tan Li, Er Long und die 6 Fighter jagen nun Sima Jun, ein tödliches Ringen um die begehrte Arznei nimmt nun seinen Lauf. Schließlich kommt es an einer Fels-Küste zum Show-Down, zum Kampf auf Leben oder Tod. Wird es gelingen, Sima Jun und vor allem dessen tödliche Wurf-Klingen, diese Todessicheln, aufzuhalten...?

Kritik:

Im Jahre 1976 drehte Regisseur Ho Meng-Hwa diesen bunten Abenteuer-Eastern für die Studios der Shaw Brothers in Hongkong, der mir nur sehr bedingt gefallen konnte und der zu den leider weniger guten Streifen des Regisseurs -der wesentlich bessere Filme für die Shaw Brothers dirigierte- gehört.

Die Story, eine verwickelte Jagd nach einer Heil-Wurzel und viele Morde die wegen dieser verübt werden, ist eher hanebüchen, oft umständlich und mit einigem Hin und Her gestaltet. Das sorgt für Ermüdung beim Betrachter, und das der Spannungsbogen nicht so richtig zündet. Der Villain im Film, entwendet diese Wurzel, tötet wegen dieser, verliert die Wurzel und holt sie sich wieder, dabei selbstredend wieder tötend. Das ruft Verfolger und Rächer auf den Plan, ein Kringelchen hier, ein Kringelchen da, Ho verknotet all dies, und kann immerhin alles dann so entwirren, dass ein hinkonstruierter Show-Down den Streifen noch so ins Ziel bringt.

Wenn die KungFu-Action hinhaut, kann man ja mit sowas als eingefleischter Eastern-Fan noch gut leben. Aber die KungFu-Fightaction ist bis zum Finale hin denn eher so: Von ´eher schwach´ bis ´ganz okay´. Erst zum Ende hin zieht die KungFu-Fightaction etwas an und es kommt noch zu einigen schönen Kampf-Sequenzen, immerhin. Hinzukommt, dass die Wurf-Klingen, diese beiden Todes-Bumerangs des Killer-Villains all zu sehr im Fordergrund stehen, und diese Enthauptungs-Szenen mit diesen herumfligenden und -sirrenden Klingen all zu tricky sind. Das erinnerte an die "Fliegenden Guillotinen" anderer Shaw-Produktionen, jenen klobigen Enthauptungs-Waffen die auch da so rumflogen. Immerhin sind diese Todessicheln Lo Lieh´s da etwas "eleganter", aber eben auch irreal tricky. Und eines kommt noch hinzu: Logiklöcher kann es in einem Film ja geben, oft denkt man nicht allzu genau drüber nach,wenn man diese vernachlässigen kann. Aber dass die Todes-Sicheln wie ein heißer Faden durch die Butter Hälse durchtrennen, aber hier von Fischer-Netzen gebremst werden können..., hm nun ja.

Klingt alles nicht so richtig prall. Aber "The Dragon Missiles" hat auch Stärken, und das ist vor allem die hier süperbe Atmosphäre ala Shaw Brothers, die hier aber insbesondere besticht. Die wieder luxuriös-gepflegten Studio-Sets der Shaw Brothers mit diesmal besonders pastelliger Farbgebung, aber auch sehr atmosphärische Outdoor-Locations in einer ganzen, authentische aufgebauten Stadt einer früheren chinesischen Epoche, einem ganzen nachgebauten Palast mit pastell-pinker Fassade und verschlungenem weißen Steg über einem künstlichen See im Innenhof, oder am Meer mit felsiger Küsten-Linie, weiten Landschaften und räumlicher Offenheit im ´alten´ China. Das hatte was, und gibt "The Dragon Missiles" eine sehr starke Shaw-Atmosphäre. In dieser hätte Ho Meng-Hwa mit besserer, verdichtenderer Storyline mehr rausholen müssen, und verkauft leider alles da ziemlich unter Wert.

Die Darsteller*Innen, hier haben wir es doch mit einem -zumindest kleinen- StarCast der Shaw Brothers zu tun, selbst in kleinen Rollen bekannte Gesichter des Studios. Lo Lieh ist die Hauptfigur hier, und dies als Killer-Villain mit jenen Todes-Sicheln die durch die Luft sirren. Er müht sich redlich, keine Frage, aber auch er kann die hanebüchene Story mit dem Hin und Her um die begehrte Knolle natürlich nicht so ganz aus dem Feuer reißen. Aber er spielt soweit solide und charismatisch.

Seine Gegner sind Anthony Lau (aka Liu Yung) und die schöne Nancy Yen Nan-See, die spät ihre Power bündeln und dann das multigeschlechtliche Rache-Engel-Gespann sind. Sie machen das auch soweit tapfer und solide im Spiel. Anthony Lau, der ja eine der schillerndsten Karieren im Eastern-Sektor hinlegte, er der sowohl in fast allen Bruce Lee-Klassikern zu sehen war, als auch bei den Shaw Brothers an der Seite der Mega-Stars Alexander Fu Sheng, Ti Lung, David Chiang und Chi Kuan Chun. Anthony Lau fightet im Finale agil mit, und auch Nancy wirft sich todesmutig in die End-Schlacht.

Sie, die zu den attraktivsten Actricen in der Eastern-Szene zählt, ist aber nicht die Schönste in diesem Streifen. Das bringt mich zu der "Sechser-Bande" in diesem Film, eine Truppe von Fightern, die ihr eigenes Spiel hier spielen, was zu den Pluspunkten hier gehört, Ho Meng-Hwa da doch einen guten Ansatz hatte, und leider nicht mehr draus machte. Shaw-Prominenz auch hier, mit Fan Mei-Sheng, Chiang Yang, Wan Han-Chen und Norman Tsui. Sie agieren mit- und gegeneinander, mischen mit im Hin und Her um die begehrte Super-Wurzel. Weniger wäre vielleicht doch mehr gewesen, aber die Truppe hat eine unschlagbare Stärke: Nämlich die Dame in diesem Sextett.

"Terry" Lau Wai-Yue, deutschen Fans der Shaw Brothers wohl am Geläufigsten durch ihre Rolle im durchgeknallten Trash-Spektakel "Super Inframan" ("Invasion aus dem Inneren der Erde"), ist eine atemberaubende Schönheit, eine äußerst attraktive Actrice, die zudem hier gut spielt und den Streifen noch mit auf eine mittlere Benotung hinjazzt. Wow, und dieser Silber-Blick, da verguckt sich jeder. Terry kann jeden Mann haben, wer würde sie abblitzen lassen, das wäre unvorstellbar. Tja, also da müsste ich schon mit Nikita Sullivan und Mikayla Demaiter liiert sein, um Terry vielleicht doch abzuweisen.

"The Dragon Missile" kann man sich als hartgesottener Eastern-Fan und Anhänger der Studios der Shaw Brothers mal geben, okay. Mehr als mittelmäßige 5 von 10 Punkte springen aber in meiner Bewertung nicht heraus.

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