kurz angerissen*
Die routinierte Ferrell-Klamotte leistet wenig mehr als Vorschriftsdienst an der modernen amerikanischen Patchwork-Familie. Die Zusammenarbeit des Komikers mit Mark Wahlberg führte in "Die etwas anderen Cops" zu einer Actionkomödie mit vergleichsweise hohem Aufwand; verglichen damit bleibt "Daddy's Home" größtenteils im spießigen Vorgarten stecken, auch wenn für eine Szene dann doch Kobe Bryant und seine Lakers aktiviert wurden, damit sich Ferrell vor einem großen Live-Publikum zum Affen machen und die Fremdscham somit potenziert werden kann.
An Mutter und Kindern jedoch lässt sich ablesen, wie enttäuschend konventionell der Hahnenkampf ums Familienglück ausgefallen ist. Mit Uhrwerkspräzision wird vor allem die Mutter (Linda Cardellini) durch das Wechselbad der Gefühle gejagt, mit dem unweigerlichen Ausgang, dass Ferrells Smooth Jazz hörendes Spießbürgerexemplar kurz vor dem dritten Akt unweigerlich in Ungnade fallen muss. Als kleiner Kniff kann höchstens positiv vermerkt werden, dass Wahlbergs Figur beileibe nicht der ultimativ böse Antagonist ist, als den man ihn problemlos hätte zeichnen können, sondern ein hervorragender Manipulator, der selbst seinen Widersacher immer wieder von sich selbst überzeugen kann, nicht zuletzt auch den Zuschauer.
Viel zu durchschaubar ist der Drahtseilakt zischen Bad-Boyismus und Familienvatertum dennoch. Einiger komischer Pointen und Wendungen (einschließlich eines Cameos von John Cena als amerikanisches Vorzeigeideal) zum Trotz – Ferrells Zoten haben das US-Bürgertum früher mal stärker aufgewirbelt. Adam Sandler wohnt inzwischen nur noch ein Haus weiter.
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