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Ein Jean Rollin ohne Vampire, nicht aber ohne mäßige Darstellerleistungen, nackte Haut, teilweise unerträgliche sexuelle Gewalt, gemächlichem Minimal-Handlungsfortschritt und Gothic-Atmosphäre. Wie immer in der 70er Schaffensphase sieht das weitgehend gut gefilmt aus, grenzt sich aber durch Themenwahl, Geschmacklosigkeiten und abseitige Ideen klar vom Mainstream ab. Bei „Les Démoniaques“ mischt sich Geistergeschichte und Rape and Revenge-Plot zu einer surrealen Grusel-Mär. Zu jeder Zeit wird deutlich, dass das Werk aus einer Zeit kreativer Freiheit stammt und wohl auch die eine oder andere Substanz im Spiel war. Rollin ist und bleibt ein eigenes Genre, ein durchaus talentierter Künstler, der an seiner seltsamen Gedankenwelt und den eingeschränkten inszenatorischen Mitteln krankt. Ein wirrer Poet mit einer brüchigen Feder, bei dem die Grenzen von Magie und Müll stets verschwimmen.