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Inhalt:
1917, deutsche Westfront. Eine Gruppe versprengter britischer Soldaten findet sich in einem deutschen Schützengraben wieder. Sie nehmen einen deutschen Soldaten gefangen und beschliessen, den Graben zu halten und auf Verstärkung zu warten. Da sie jedoch weder wissen, wo sie sind und trotz Funkgerät keinen Kontakt mit dem Hauptquartier aufnehmen können, scheint die Lage immer sinn- und aussichtsloser. Als es zur Häufung seltsamer Ereignisse kommt und einer nach dem anderen anfängt, durchzudrehen, merken sie, dass hier noch etwas sein muss...

Zugegeben, die Geschichte ist nicht einfallsreich und bietet zwischendurch auch einige Längen. Dabei hätte das ein richtig guter Film werden können. Die zB Atmosphäre ist sehr gut gelungen. Die dauernd in Nebel gehüllte Landschaft, der vom Regen aufgeweichte Boden und die dreckigen Gräben vermitteln ein beklemmendes Gefühl und bringen ein realistisches Bild rüber. Auch die Schauspieler lassen nicht viel Gemecker zu. Leider werden sie ab und an Opfer einer gelegentlich gelangweilt klingenden Synchro.
Die meisten sind noch recht unbekannt, mal mit Ausnahme von Andy Serkis, der inzwischen jeder wohl schon als Gollum im "Herrn der Ringe" gesehen hat und Jamie Bell, der kleinen Hupfdohle aus "Billy Elliot - I will dance".
Das Ende ist nicht einfallslos, aber auch kein wow-Effekt. In den letzten 5-10 Minuten stellt sich nochmal Verwunderung ein, die dann auch bis zum Abspann anhält. Der Film beantwortet viele Fragen, die er stellt, nicht und lässt den Zuschauer selbst Theorien aufstellen. allzu zahlreich sind die dann allerdings nicht... Spannung kommt auch etwas auf, allerdings etwas spät. Der Film schleppt sich teilweise mit Belanglosigkeiten dahin; es passiert einfach zu wenig.
Wer den Trailer gesehen hat, erwartet wohl einen blutigeren Streifen als den, den er letztendlich geboten bekommt. Die Idee mit dem Stacheldraht ist nett, erinnert aber etwas an Hellraiser.
Der Film ist einfach einen Tick zu langsam, die Durchdreher drehen einen Tick zu wenig durch und "das Böse" ist irgendwie nicht bedrohlich genug. Alles Kleinigkeiten, aber sie trüben den Gesamteindruck doch.

Fazit:
Deathwatch ist kein schlechter Film, er ist nur streckenweise lahm. Er kommt etwas zu spät in Fahrt und dann reicht die Zeit auch nicht mehr um noch den ultimativen Horror zu beschwören. Atmosphäre und Austattung sind allerdings wirklich gut, man kann ihn sich einmal anschauen und er unterhält auch nicht schlecht. Ein zweites Mal ist wahrscheinlich nicht mehr drin.

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