Staffel 4
F Is For Fathers
Im vierten Jahr bei den Murphys geht’s hauptsächlich um Väter,
selbst wenn manch einer davon sein egoistisches Verhalten und seine anhaltenden Fehler merkt erst viel später.
„F Is For Family“ hat schon längst seinen Groove gefunden,
jedwede Anfangsschwierigkeiten überwunden,
füllt prächtig und vielfältig meine Stunden.
Ein echter Netflix-Schmankerl weit besser als „Family Guy“ oder „American Dad“,
tut euch einen Gefallen, seid zu dieser bissigen 70s-Show nicht zu spät.
Die Querelen und Abenteuer dieser turbulenten Familie,
retten den stressigsten Tag besser über die Ziellinie.
Für Männer, die wütend der Midlife-Krise trotzen,
und gerne mal ihren Liebsten trotzig und lernresistent vor die Füße rotzen.
Neben Bojack wohl eine der gebrochensten Figuren im animierten Westen,
gehört Frank Murphy trotz all seiner Fehler dennoch zu den Besten.
Das sieht auf den ersten Blick aus bekannt und wie nichts, was man unbedingt gucken muss,
doch da könnte man nicht falscher liegen, diese Geniestreich hat Schauwerte im Überfluss.
Mutig. Persönlich. Intim. Dabei familiär und ehrlich bis es schmerzt,
ich bin der Erste der diese raue Sippe mit Inbrunst herzt.
Von fehlenden Vätern, miesen Männern und strauchelnden Söhnen,
da kann manch ein übertrieben politisch Korrekter schonmal etwas stöhnen.
„F Is For Family“ hat definitiv Eier und lässt diese oft genug baumeln,
dagegen kann längst überholte, ähnlich aussehende Konkurrenz nur müde taumeln.
Franks Vater ist zu Besuch, das Baby rückt näher,
für solche Entdeckungen mache ich doch gerne euren Späher.
Kevins erste große Liebe, die zwei Kleineren entdecken an sich neue Facetten,
da wackeln nicht nur beim wilden Nachbarn immer wieder Wände und Betten.
Mit viel 70s-Charme und -Dreck, doch thematisch immer sehr nah am Zahn der Zeit,
werden von Jahr zu Jahr auch immer schöner Erscheinungsbild und Kleid.
Allzu viel hat sich nämlich seit damals scheinbar gar nicht getan,
und im Aussprechen unangenehmer Wahrheiten ist diese oft brillante Serie alles andere als zahm.
Bill Burr hat hier wirklich für mich jetzt schon Ikonisches geschaffen,
ich hoffe dieser Emotionstruck wird noch lange nicht erschlaffen.
F steht für mich hier für ein feuchtfröhliches Fest,
das neue Wege geht und sich alles andere als setzt in ein gemachtes Nest.
Von Blutungen auf Eis und Traumas aus Korea,
ich hoffe einfach ich bekomme von diesem Wutknubbel noch einiges mehr.
Fazit: uuuuuh, „F Is For Family“ wird immer besser. Unfassbar. Gut gemacht! Eine dicke Umarmung von mir. (8,5/10)