Witchcraft 2 - Die Verführung ist insgesamt ein amüsantes Trash-Vergnügen, für Fans von End 80er Jahre Video-Schniken, die sich einfach nicht mit dem heutigen Standard abfinden wollen, sofern sie immun gegen frechste Blasphemie sind.
Der Film besitzt eine recht originelle Schnitttechnik, die oft mit Überblenden arbeitet und somit eine Atmosphere von schwitzigen Sommer-Halluzinationen erzeugt, die dem Film, bei allem Nonsense, eine durchaus sehenswerte (B-Video-)Optik verleiht, als wäre David Lynch im B-Film-Geschäft abgebrannt.
Der Soundtrack bewegt sich von lapidaren, typischen, für diese Niesche von Film, unspektakulären Klängen, zu atmospherischen Soundeinlagen, die viele Szenen dann doch sehr gut untermalen und maßgeblich an der Erschaffung von Horroratmosphäre beteiligt sind. Wenn sich die Hexe Dolores bspw. vor einem Baum unsichtbar macht, nachdem sie den Hauptdarsteller manipuliert hat, kommt durch den Sound eine ganz nette Szene zustande.
Zum deutschen Ton sei gesagt: Die Deutsche Fassung hat eine äußerst unterhaltsame Billig-Synchronisation, die der eng. Sprachfassung unbedingt vorzuziehen ist, da die dt. Sprecher(-innen) viel dazu beitragen, den Spass zu optimieren. Was in englisch eher langweilig rüber kommt, ist in deutsch ein Feuerwerk der unfreiwilligen Komik und auch die Hexe ist schärfer und spassiger durch die deutsche Sprachfassung.
Delia Sheppard, die Hexe Dolores, zeigt sich in Sexy Outfits, stets verführerisch und bösartig und geilt so den Zuschauer mit ihrem heißen Körper im höchsten Maße lasziv, inklusive einer okkkult-verwunschenen Masturbationszene, die den Hauptdarsteller fast in den Selbstmord treibt, bis zum Finale gnadenlos auf, in dem Sie dann endlich ihre Brüste offenbart!
Bis dahin bekommt man allerdings ein paar Szenen geboten, die sicher extrem billig getrickst und gespielt sind, aber mit origineller Absurdität Punkte machen. Hervorzuheben ist vorallem eine äußerst schlüpfrige Szene, in der eine unsichtbare Wesenheit mit der Tochter des Pfarrers ein knallhartes Terror-Petting-Ritual durchführt. Da bleibt man kurz verwundert zurück. Oder der literweise! gebunkerte Vorrat an Weihwasser im Finale ist erwähnenswert, sowie eine äußerst obskure und boshafte Beschwöhrungsformel zur Herstellung eines ziemlich exotischen Zaubertranks zu Anfang des Films, etc.
Die Tötungsszenen sind ansich unspektakulär, aber unterhaltsam. Dolores sticht eine Mutter ab und leckt dann das Blut von der, phallisch in Szene gesetzten, Klinge ab und sie bricht jemandem das Genick (was leider auf deutsch im Ton zensiert ist). Es gibt das gute alte Übertöten mit dem Knüppel, Der Pfarrer kommt durch eine bizarre Feuerattacke ums Leben und es gibt einen Fenstersturz mit Todesfolge, sowie Hexenverbrennungen und Tötungen in Flashbacks, etc. Alles mit den okkulten Zeichen ausgestattet, die man so kennt: Pentargramme, Schlangensymbole, Christuskreuz, u.s.w., die dem Ganzen das typische Christus-gegen-Teufel-Ambiente verpassen.
Schaut man sich die Witchcraft-Reihe so an, ist sie spätestens ab Teil 6 ziemlich komplett ins Soft-Porno-Genre abgerutscht und kaum noch interessant. Das trifft auf den 2. Teil nicht zu, hier bleibt alles in dem Maße, wie man es dem Horrorgenre zuschreibt.
Diese pubertäre Horror-Flause bekommt 10 von 10 Pentagrammen, weil das genau so unverfroren ist, wie der Film selbst. Für die Cineasten gilt -666/10 oder so....