Mit Witchcraft II: The Temptress setzt Regisseur Mark Woods den ohnehin schon schwächelnden Vorgänger fort – und unterbietet dabei mühelos dessen Niveau. Heraus kommt erneut eine langatmige Mischung aus Erotik-Soap und Horrorfilm, die sich zwar treu bleibt, dabei aber kaum etwas bietet, das wirklich funktioniert.
Die Handlung spielt einige Jahre nach dem ersten Teil: Aus dem einstigen Baby William ist ein junger Mann geworden, der kurz vor seinem College-Leben steht. Doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los. Seine totgeglaubte Stiefmutter Elizabeth Stockton ist noch am Leben und verfolgt einen düsteren Plan. Unter der Identität der verführerischen Hexe Dolores nähert sie sich William, um mit ihm einen dämonischen Messias zu zeugen. Währenddessen häufen sich mysteriöse Todesfälle in seinem Umfeld, und Albträume liefern bruchstückhafte Rückblicke auf die Ereignisse des Vorgängers.
Diese Traumsequenzen gehören tatsächlich noch zu den wenigen Lichtblicken des Films. Ansonsten scheitert Witchcraft II fast auf ganzer Linie. Charles Salomon wirkt als William völlig fehlbesetzt – zu alt, zu hölzern und ohne jede Ausstrahlung. Seine Entwicklung hin zur dunklen Seite bleibt nicht nur oberflächlich, sondern auch schlicht unglaubwürdig. Delia Sheppard als Hexe Dolores bringt zwar eine gewisse physische Präsenz mit, wird aber letztlich auf eine reine Schauwert-Funktion reduziert.
Auch technisch bewegt sich der Film auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Die Musikuntermalung wiederholt sich in Endlosschleife und erinnert eher an einfache Synthesizer-Spielereien als an einen Filmscore. Die Effekte bleiben rudimentär – ein paar eingeblendete Flammen, etwas Kunstblut – mehr wird hier nicht geboten. Von Spannung oder Atmosphäre fehlt jede Spur, ein erkennbarer Spannungsbogen existiert praktisch nicht.
Die deutsche Synchronfassung gibt dem Ganzen schließlich den Rest und verstärkt den ohnehin schon unfreiwillig komischen Eindruck zusätzlich.
Am Ende bleibt Witchcraft II genau das, was man befürchtet: eine langweilige, billig produzierte Fortsetzung ohne erzählerische Substanz, ohne Spannung und ohne nennenswerte schauspielerische Leistungen. Selbst im Bereich des gepflegten Trashs fällt es schwer, hier echten Unterhaltungswert zu finden.
Ein Film, der weder als Horror- noch als Erotikfilm funktioniert und zu keiner Zeit überzeugen kann.