Wenn sich ein Team einer bekannten Videoplattform von kleinen Clips zum kompletten Spielfilm mausert, ist natürlich Argwohn gegeben. Als 2003 das Projekt „Rooster Teeth“ ins Leben gerufen wurde, erreichten einige Clips rasch Kultstatus, was in einer Zeit, in der mittlerweile jeder Normalo seine Tulpenzwiebelsammlung erklärt, natürlich kaum mehr denkbar ist. Dennoch ist ihnen mit wenig Budget ein überraschend kurzweiliges Werk gelungen.
In naher Zukunft soll auf der Erde ein Wettkampf gegen eine außerirdische Entität ausgetragen werden, weshalb eine freundlich gesinnte Alienform einen Superheldenanzug zur kompetenten Gegenwehr anfertigen und auf die Erde schicken lässt. Dumm nur, dass nicht der anberaumte Held, sondern vier Loser die vier Teile des Heldenanzuges ausprobieren…
Die Action-Komödie von Regisseur Matt Hullum konnte per Crowdfunding realisiert werden und schaut trotz des vergleichsweise niedrigen Etats recht bunt und oftmals solide getrickst aus. Die Erzählung drückt bereits zu Beginn auf die Tube, als Dorfpolizist Hagan (Autor und Hauptdarsteller Burnie Burns) eine Schlägerei auf einer Feier schlichten soll und dabei Footballstar Zack in Gewahrsam nimmt. Herman und Woody schießen zur gleichen Zeit Feuerwerksraketen ab und treffen mit einer versehentlich das herannahende UFO, wodurch die vier Knallköpfe als erstes vor Ort sind.
Nach Anprobieren der vier Gimmicks (Laufstiefel, Laserkanone, schnell arbeitendes Gehirn und Superschild) können diese nicht mehr vom Körper abgestreift werden und folgerichtig müssen vier Idioten für den Wettkampf zum Erhalt der Erde trainiert werden, was teils mit platten Gags unterhalb der Gürtellinie, teils mit originellen Einfällen einhergeht.
Immerhin, - trotz einiger Albernheiten ist das Tempo kontinuierlich flott und man merkt den gut gelaunten Mimen in nahezu jeder Einstellung die heitere Stimmung beim Dreh an.
Natürlich ist die Story alles andere als innovativ und selbstverständlich kommt es zu keinen unerwarteten Wendungen oder gar doppelten Böden. Vielmehr hangelt man sich durch einige Superheldenklischees, streut solide inszenierte Action mit Ballern und Kloppen ein und bleibt in Sachen Gewalt auffallend harmlos, so dass eine FSK12 zustande kam.
Das Finale im Stadion hätte zwar ein wenig mehr Dramatik vertragen können, doch dafür sitzen einige selten dämliche Dialoge, die aufgrund ihrer unbedarften Art zünden.
Am Ende bleibt ein sympathischer Streifen, der zwar keine Schenkelklopfer generiert, dafür jedoch viel gute Laune und ordentlich Tempo mitbringt. Storytechnisch weit vom innovativen Meilenstein entfernt, bietet das schlichte Werk jede Menge Trash, einige skurrile Figuren und passable Darstellerleistungen. Zum reinen Berieseln nicht verkehrt.
6 von 10