Das ist der beste Polizeiruf aller Zeiten! Vermutlich sogar einer der besten deutschen Krimis überhaupt. Hier stimmt einfach alles. Aber nicht nur Plot, Figuren und Darsteller sind superb, ganz besonders auch die technische Umsetzung ist bemerkenswert. Man merkt, dass hier ein Kino-Profi am Werk war und so kann der Film auch otpisch mit so manchem Kino-Thriller mithalten. Im Grunde schade, dass der Film nicht im Kino gelaufen ist, denn dort hätte er hingehört.
Aber auch das Drehbuch überzeugt, inklusive bitterer Auflösung am Ende. Als sich ein inhaftierter Mord-Verurteilter, der seine Unschuld stets beteuert hatte, im Gefängnis umbringt und diese Nachricht in der Presse veröffentlicht wird, meldet sich ein verzweifelter älterer Mann bei desillusionierten Kommissar von Meuffels. ER habe vor einigen Jahren die junge Frau getötet, für die ein Unschuldiger im Gefängnis saß. Mit dessen Selbstmord sei seine Schuld ins Unermessliche gestiegen, er sucht nach Erlösung. von Meuffels hällt den leicht verwirrten Mann zunächst für einen Spinner, hunterfragt aber schon bald seine eigene Ermittlungsarbeit vor einigen Jahren. Damals während eines Fussball-Spiels war in einem Naherholungsgebiet eine junge Frau verschwunden. Zwar wurde keine Leiche gefunden, aber alle Indizien wiesen auf einen Mord hin. Der Verdächtige, auf den alle Indizien hingewiesen hatten, gestand während der Vernehmung den Mord. Die spätere Widerrufung durch seinen Anwalt hielten die Ermittler für die übliche Taktik. Zwar war während der Ermittlung alles korrekt gelaufen, aber trägt Kommissar von Meuffels etwa doch Mitschuld am Selbstmord eines vielleicht Unschuldigen? Und so sucht er das Gespräch mit dem Geständigen, der aber in den Details immer neuere Versionen seiner vermeintlichen Tat von damals erzählt. Er begründet das mit der verblassenden Erinnerung an damals und dass er oftmals nicht genau wisse, was wirklich geschehen sei. Er will von Meuffels zur Leiche führen, die er damals unter einem erhabenen markanten Baum vergraben hatte, aber dort steht jetzt ein Einkaufszentrum. Ein Beweis für seine Täterschaft kann also nicht erbracht werden, in seiner Verzweiflung versucht der Mann, Vergebung durch die Eltern der Frau zu erfahren, wird aber dort abgewiesen. Überwältigt von seiner Schuld, bringt er sich schliesslich um. Ein letztes Mal schaut sich von Meuffels in der Wohnung des Toten um und findet eine alte Landkarte. Darauf sieht man, dass die Autobahnabfahrten in der Nähe des Tatorts inzwischen umgebaut worden sind und dadurch der Supermarkt fälschlicherweise als Ort der Leichenvergrabung ausgemacht worden war. Mit korrigierten Daten fährt von Meuffels mit einer Schaufel schliesslich los und findet im hellen Sonnenlicht jenen markanten Baum, unter dessen Krone das Grab liegen müsste...
Geniale Geschichte, grandiose Umsetzung. Wenn in Rückblenden z.B. zu Led Zeppelin-Musik gezeigt wird, wie damals die Leiche vergraben worden ist, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. Aber auch inhaltlich ist der Film wertvoll. er zeigt, wie wichtig, winzigkleine Details in der Ermittlungsarbeit werden können. In den genial konstruierten Rückblenden wird auch gezeigt, wie aus den Blickwinkeln der Zeugen von damals der Falsche identifiziert werden konnte, während der richtige Täter nicht gesehen werden konnte. Auch die Auflösung mit der falschen Autobahnabfahrt ist genial konstruiert. Dazu Markovics und Brandt mit Weltklasse-Schauspielleistungen und einer krass guten Regie.
Hut ab vor diesem Krimi-Meisterwerk!