kurz angerissen*
Die Klischees des Puppen- und Haunted-House-Horrorfilms modifiziert William Brent Bell ebenso unzureichend wie jene des Exorzistenfilms, als er "The Devil Inside" drehte. Dusch- und Dachbodenszenen, Alptraumsequenzen und Nahaufnahmen des starren Puppenkopfes weichen kaum von den Vorgaben ab und wirken trotz der hübschen Location abgedroschen und folglich wenig gruselig. Lauren Cohen spielt solide, doch ihre Isolation in dem großen Haus hätte man besser in Szene setzen können. Verglichen mit den nächtlichen Besuchen der "Frau in Schwarz" im gleichnamigen Film von 2012 sind die Auftritte der Puppe regelrecht nervenschonend, auch weil sich die Schockmomente in der Regel als Illusion herausstellen.
Als nach zwei Dritteln dann der zu erahnende Twist folgt, hilft auch dieser nicht dabei, dem Sujet neue Facetten abzugewinnen, da man auch ihm Abkupferei unterstellen muss, nur eben nicht beim klassischen Gruselfilm, sondern beim jüngeren Invasionshorror-Kino. Hätte man das nicht alles genau so schon mal öfter gesehen die letzten Jahre, wäre Bell hier möglicherweise eine beeindruckende Wendung geglückt; so aber wird die demonstrierte Einfallslosigkeit noch einmal unterstrichen. Damit bleibt das hübsche Setting (Herrenhaus-Anwesen gehen eigentlich immer) der größte Trumpf eines ansonsten durchwachsenen Genrefilms.
*weitere Informationen: siehe Profil