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Eine junge Frau tritt ihre neue Stelle als Kindermädchen an, aber nichts ist so, wie es scheint. Das klingt inno… äh… okay, das gab es schon häufiger, zum Beispiel in „The Innocents“ mit Deborah Kerr. Die Frage ist, was man aus dieser Ausgangssituation macht. Der Schrecken steigert sich langsam – da verschwinden Schuhe, Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhänd, es gibt gruselige Träuem - das übliche Arsenal. Aufhänger hier ist, dass das Kindermädchen für eine Puppe engagiert wird, die von den Eltern wie ein echtes Kind behandelt wird. Allein mit der Puppe schlägt das Kindermädchen natürlich alle Warnungen in den Wind und macht es sich in dem einsamen, riesengroßen Haus gemütlich, bis es immer merkwürdiger wird.
Die Figurenzeichnung ist dabei leider nicht immer ganz geglückt, so verhält sich die Hauptfigur genetypisch ziemlich dämlixh, wenn sie viel länger bleibt, als logisch ist. Die Erklärung (Trauer um das verlorene Kind, Angst vor dem Ex) trägt dabei nicht wirklich. Gespielt wird sie von Lauren Cohan, die sonst als Maggie vor Zombies wegrennt (aber in The Walking Dead ihr Baby hoffentlich bekommen darf), und sich wacker schlägt, aber aus der Rolle nichts besonderes herausholt. Ihr Love Interest bleibt auch eher blass, ihr Ex kommt nur am Ende vor und löst das Finale aus, an dem der bis dahin immerhin recht spannende und gruselige Film auf die Schnauze fällt. Man nimmt den einfachsten Ausweg, statt sich eine logische (übernatürliche) Begründung auszudenken. Das widerspricht dem Film nicht wirklich, lässt den Film aber in ein Actionfinale kippen, das nicht zum Vorhergehenden passen will und deshalb leider nicht wirklich passt und der Story viel Drive nimmt. Schade, eigentlich, da wäre mehr drin gewesen. So bleiben atmosphärische, aber wenig originelle 75 Minuten, die zum Dranbleiben motivieren und 15 abstruse Minuten am Ende, die viel wieder einreißen, weil die Geschichte durch Action statt Grusel aufgelöst wird.
Vier von zehn Gruselpuppen (mit Tendenz zu fünf)

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