Für einen reinrassigen Rache-Thriller benötigt es nicht viel mehr als eine grausame Tat und jemanden, der entschlossen Rache nimmt und alle Verantwortlichen blutig zur Rechenschaft zieht. Das muss nicht teuer sein, benötigt keine übermäßig guten Darsteller und lässt sich nahezu überall filmen. Ganz so amateurhaft wie bei Debütant Guy Patton und seiner Ehefrau Dana in der titelgebende Hauptrolle sollte es jedoch besser nicht aussehen.
Pearl hat als Kleinkind ihre Eltern verloren. Nun rächt sie sich an all denen, die zum engeren Täterkreis um Drogenboss Tre zählen. Mithilfe des Chemikers Erik kommt sie dem Oberhaupt näher, während Detective Wyatt einem Phantom nachzujagen scheint...
Vielmehr als gefühlte Zehn Dollar dürfte der Dreh kaum gekostet haben, denn das Kameraequipment scheint maßlos veraltet, die Drehorte machen bis auf eine große Lagerhalle nichts her, die Mimen chargieren auf Laienniveau und der Score ist alles andere als treffend auf die jeweiligen Szenen abgemischt. Dazu gesellen sich ruppige Szenenwechsel, sehr schwache Effekte und eine Choreographie, die noch nicht einmal richtige Schläge einbindet.
Die Story selbst verfolgt im Grunde keinen roten Faden. Es werden einige Stationen abgeklappert, Erik ist zunächst Opfer, dann Mitspieler und ein asiatischer Priester versucht an Pearls Vernunft zu appellieren, was natürlich nicht funktioniert. Derweil sollen einige Flashbacks die tragischen Hintergründe offenbaren, doch viel geben die Szenen mit Vater, Mutter und Kind wahrlich nicht her, zumal Bluttaten allenfalls angedeutet werden. Was sich übrigens durch den kompletten Verlauf zieht, denn ein schwach gestalteter Kehlenschnitt bietet bereits die härteste Einstellung, wogegen Einschüsse oftmals sehr künstlich aussehen und nur einige Platzwunden ganz okay gestaltet sind.
Vorne und hinten mangelt es an Drive, viele Situationen sind nur geschwätzig und Pearl bringt kaum die notwendige Energie, noch die bedingungslose Aura mit, um durch das Rachegedöns zu führen. Ein paar Auflockerungen durch zwei Cops sind zwar willkommen und ein paar blöde Sprüche von Erik regen zum Schmunzeln an, doch in Sachen Spannung tendiert das Treiben gegen Null, nur in den letzten zehn Minuten sind vage Ansätze auszumachen.
Das Ganze fällt weder atmosphärisch noch erotisch aus, denn die Frau auf dem Cover ist weder Pearl, noch taucht diese irgendwo im Film auf. In kontrastarmen Bildern geht es durch austauschbare Ecken von Jersey, lachhaft inszenierte Kämpfe und ein paar Computerblutspritzer sind kaum der Rede wert und das Mitfiebern fällt aufgrund kaum nachvollziehbarer Hintergründe und schwacher Motivation weg.
Dann doch lieber noch einmal Charles Bronson.
3 von 10