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Regie-Ausnahmetalent Vincenzo Natali schuf im Jahre 1997 mit Cube, einen der ungewöhnlichsten Filme aller Zeiten. Rätselhaft und mörderisch spannend, dabei aber irgendwie wohl total sinnlos, spaltete er das Publikum in zwei Hälften. Diejenigen die den Film vergötterten und die, die den Streifen hassten! Was dazwischen gab es kaum! Und nun kommt mit "Cyper" der nächsten Film von Natali zu uns und auch er dürfte wieder das Publikum halbieren. Mich hat er jedenfalls sehr überzeugt!

"Cypher" ist einer der Thriller, die einen bis zum Schluss über die Wahrheit im Dunkeln lassen. Wirrungen und Wendungen am laufenden Band, erfordern höchste Konzentration, um sich nicht auf eine falsche Fährte führen zu lassen. Wer ist der Gute? Wer ist der Böse? Und ja, wer ist eigentlich die Hauptfigur? Szenen alla "Das hätte ich jetzt nicht gedacht" gibt es am laufenden Band! Und vor allem: Was soll das Ganze? Um die Lösung auf alle Fragen zu finden, sollte man tunlichst von der ersten bis zur letzten Sekunde aufpassen, um auch ja nichts zu verpassen. Memento läßt grüßen!

Um seine Zuschauer aber doch etwas abzulenken, hat Natali, wie schon bei Cube, den Film in eine subherbe Optik gesetzt! Mal staubig trüb, mal knallbunt, gibt es eine wahre Odysee an optischen reizvollen Eindrücken. Viele Spielereien mit Farbfiltern kommen sauber und sinnvoll zur Geltung!

Untermalt wird das ganze Geschehen zu dem, zumindest teilweise, mit einem schier ohrenbetäubenden Soundtrack. Sei es die drastische, agresive Bild- und Tonflut bei der Gehirnwäsche, das Stimmenwirrwarr kurz vor Schluss oder die Fluggeräusche beim animierten Schwenk über die Weltkarte. Alles wurde optimal unterlegt und passt wie die Faust aufs Auge. Zudem rundet die gute Musikauswahl das Geschehen ab!

Die Schauspieler machen ihre Sache allesamt recht gut. Jeder Darsteller kann überzeugen, vor allem Hauptdarsteller Jeremy Northam! Hier gibt es nichts zu meckern!

Einzig und allein das Ende mag etwas enttäuschen! Was sich am Ende auf der sagenumwobenen Disc befindet, dürfte doch etwas dünn sein! Da hätte man sich ruhig noch etwas besseres einfallen lassen können!

Fazit: Spannendes, packendes und verwirrendes Filmerlebnis der besonderen Art. Ein visueller und akustischer Augen- bzw. Ohrenschmaus, gepaart mit einer guten Story und vielen verwirrenden Wendungen!

Ein Erlebnis der besonderen Art!

Wertung: 9/10

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