Im Film selbst wird darüber gesprochen, dass Japan in der internationalen Unterhaltungsszene kaum eine Rolle spielt, wogegen sie in einem Bereich unschlagbar sind: Mangas.
Auch vorliegender Zombiefilm basiert auf einem, was sich in der Handlung nur am Rande bemerkbar macht. Was allerdings früh ins Auge sticht, ist die teils atemberaubende Ausstattung.
Hideo arbeitet für einen Manga-Verlag und leidet seit Jahren unter dem Mangel kreativer Ideen. Als er seine Freundin besuchen will, hat sich diese in eine blutrünstige Kreatur verwandelt und auch in der Stadt herrscht Chaos. Gemeinsam mit einem Schulmädchen versucht er sich bis nach Fuji durchzukämpfen…
Regisseur Shinsuke Satô stand augenscheinlich ein ordentliches Budget zur Verfügung und er muss die besten Maskenbildner weit und breit am Start gehabt haben. Nach einer etwas holprigen Einführung kommt es zur ersten Konfrontation, als Hideo auf seine verwandelte Freundin Tekko trifft, die neuerdings Contortion-Meisterin zu sein scheint. Die Frau verbiegt sich wie vom Teufel besessen und auch in der Stadt geht es drunter und drüber, als Autos kollidieren, Leute angefallen oder überfahren werden, während sich ein Taxi mindestens ein Dutzend mal um die eigene Achse dreht, bevor es zum Stillstand kommt.
Die Action ist dynamisch in Szene gesetzt, die Kamera findet stets die richtige Position und auch der Score treibt ordentlich an. Derweil eignet sich Hideo gut als werdender Held, der im Verlauf lernen muss, sich Skrupeln und Ängsten zu stellen. Zwar gehen damit ein paar kleine Durchhänger einher und das Zwischenmenschliche hätte etwas mehr gestrafft werden können, doch sobald Infizierte aufkreuzen, vermengen sich makaberer Humor und ein paar ekelige Einlagen zu einem unterhaltsamen Ganzen.
Dabei sind es nicht nur die schnellen Verwandlungen, bei denen die Augen der Betroffenen creepy mutieren, es gibt Zombies mit halben Kiefer oder halben Köpfen, es gibt einen Sumo-Zombie und als Höhepunkt einen ehemaligen Sportler, der zwischenzeitlich einen fulminanten Hochsprung ausprobiert.
Beim Finale in einer Tiefgarage häufen sich die zerplatzten Schädel mithilfe einer Schrotflinte und es gibt Berge von toten Untoten.
Natürlich erfindet sich das Genre nicht mehr neu und Anspielungen auf „Dawn of the Dead“ beim Plündern eines Kaufhauses sind unübersehbar, doch wer sein Werk mit soviel Detailtreue und Gespür für Drive angeht, kann auch bei einer Überlänge in Form von 126 Minuten ein paar kleine Ruhepausen einlegen. Freunde von blutiger und rasant inszenierter Zombieaction kommen an „I Am a Hero“ nicht vorbei.
Knapp
8 von 10