Was nach eine Ausgabe Pixi Buch klingt, entpuppt sich als Beitrag des Berliner Mumblecores. Das heißt: Geringes Budget, viel Improvisation, Einbindung von Laiendarstellern und ein überschaubares Drehbuch.
Luca (Martina Schöne-Radunski) will nach einer langen depressiven Phase ihr Abitur nachholen, auch Kfz-Mechaniker Kurt (Hans-Heinrich Hardt) ist in ihrer Klasse. Da es bei Kurt in Englisch hapert und Luca Probleme in Mathe hat, geben sich die beiden gegenseitig Nachhilfe.
Doch mit Lucas Ex Ben (Sebastian Fräsdorf) droht sie wieder in alte Verhaltensmuster zu verfallen…
Eine Berliner Göre wagt den zweiten Anlauf. Alles schön und gut, doch frühzeitig stellt sich die Frage, worauf die Chose hinausläuft, da hier nicht wirklich ein roter Faden erkennbar ist und tatsächlich verdammt viel improvisiert wurde.
Niedlich sind durchaus Szenen mit Hündin Mata, welche Luca überhaupt erst aus der depressiven Phase gebracht hat und auch einige Abläufe bei Oma (Ruth Bickelhaupt) sind überaus charmant ausgefallen, doch dazwischen mäandert die Erzählung oftmals ziellos vor sich hin. Minimale Aufheiterungen schaffen kaum Abwechslung und bis auf eine Szene sind rein gar keine spannenden Momente auszumachen, wogegen zwar eine gewisse Realitätsnähe gegeben ist, doch das Alltägliche irgendwo in Berlin reißt nun wahrlich nicht mit.
Immerhin performt Hauptdarstellerin Schöne-Radunski mit viel Präsenz, man nimmt ihr die bittere Vergangenheit in vielen Momenten ab und sympathisiert mit der jungen Frau, die auf ihrem Weg zur Selbstbestimmung immer mal wieder ins Straucheln gerät. Auch die übrigen Mimen liefern solide Leistungen ab und glücklicherweise quasseln nicht alle durcheinander, was ja oftmals das Problem bei improvisierten Dialogen ist. Der Schnitt arbeitet ordentlich und auch die musikalische Untermalung geht in Ordnung, obgleich das titelgebende Tanzen nahezu ausbleibt, denn es geht mehr um die leisen Töne.
Zwar kommt es gegen Ende noch zu einem einschneidenden Ereignis, doch insgesamt geht es hier um Momentaufnahmen, die sehr nah am völlig Banalen sind und wenig mitreißen. Das solide Handwerk und die guten Darsteller können dem nur bedingt entgegenwirken, zumal die Pointe der Geschichte Wischiwaschi ist. Nichts für Filmfreunde, die etwas Handfestes bevorzugen…
4,5 von 10