"Spiel zu zweit" beginnt - wie die Mehrzahl der Filme mit der jungen Shirley Maclaine - als unterhaltsame, witzige Komödie. Beide Hauptdarsteller spielen gekonnt ihren launigen Charme aus, es fallen reihenweise coole Sprüche, ein Gag jagt den nächsten; eine biestige Romanze, inszeniert wie ein Ringkampf. Man kommt aus dem amüsierten Grinsen gar nicht mehr heraus.
Aber schon bald zeigt sich, dass dieser Film mehr will als MacLaines meist eher belanglose Komödien zu dieser Zeit: die Story greift allmählich immer tiefer, die beiden Protagonisten laufen einander hinterher und vor sich selber davon, beide lügen sich um die Wette selber in die Tasche, beide übertreffen sich gegenseitig mit verzweifelter Liebessehnsucht und brutalen, gegenseitigen Verletzungen. Der Film wandelt sich im Verlauf von zwei Stunden von einer amüsanten Komödie zu einem unter die Haut gehenden Beziehungsdrama. Es geht dabei um nichts weniger als den ganzen Menschen: um Träume und Entbehrungen, um beruflichen Erfolg und Misserfolg, um Selbstwert- und Minderwertigkeitsgefühle - letzlich um die Suche nach sich selbst in der Projektion auf den begehrten Partner. Zwar gibt es am Ende doch noch eine Art versöhnliches "Happy End"; aber das sieht sehr anders - nachdenklicher, melancholischer - aus, als man es nach dem quirlig-vergnüglichen Beginn erwarten würde: zwei Menschen reifen aneinander.
Robert Mitchum und Shirley Maclaine laufen in diesem Film zur Bestform auf; man kann sich ihrem beiderseitigen, widerborstigen Charme schwerlich entziehen. Und Robert Wises Regie schlägt gekonnt den Spannungsbogen von der anfänglichen Komödie zum aufwühlenden, tief berührenden Drama. Ein absolut sehenswerter Film!