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Es hätte ein packender Road Trip mit einem blutrünstigen Killerpärchen werden können, doch neben der leicht amateurhaften Optik stört primär die Mutlosigkeit des Regiedebütanten Scott A. Matthews, dem keine plausiblen Gründe einfallen, warum ein Durchschnittspaar plötzlich zum Killerduo mutiert.

Max hat sich ein altes Wohnmobil besorgt, mit dem er und seine Freundin June durch die Lande ziehen wollen. Nach einer Weile gabeln sie Anhalterin Katie auf. Man feiert ein wenig, nimmt Drogen, doch innerhalb eines Handgemenges stirbt Katie. Das Paar entschließt, die Leiche zu beseitigen und bekommt Lust auf ein neues Opfer vom Straßenrand...

Bereits einige Genrefilme beschäftigten sich mit dem Thema des Trampens, bei dem zuweilen beide Parteien als Opfer durchgehen. Warum die beiden nach dem ersten noch völlig verständlichen Schock sogleich zu Serienkiller mutieren, bleibt völlig schleierhaft. June scheint zwar ein wenig experimentierfreudig und recht spontan zu sein, doch das erklärt nicht, warum ausgerechnet Anhalter um die Ecke gebracht werden sollen, zumal rein gar kein Motiv durchschimmert. Obgleich im Verlauf die Schwester der tödlich verunglückten Katie vehement nachforscht, kommt das Treiben nie über Spannung auf Sparflamme hinaus.

Das liegt einerseits am recht wahllosen Verlauf und dem beliebigen Aussuchen potentieller Opfer und an den unspektakulären Konfrontationen. Denn sobald Gewalt auch nur angedeutet wird, schwenkt die Kamera weg oder es wird direkt zur nächsten Szene übergegangen. In diesem Zusammenhang erscheint eine FSK18 völlig schleierhaft.

An den darstellerischen Leistungen gibt es wenig zu bemäkeln, denn die unbekannten Mimen performen weitgehend glaubwürdig, wenn auch zuweilen leicht drüber. Der Score beinhaltet ein paar gefällige Songs und die sparsame Ausstattung ist zweckdienlich und unterstreicht zuweilen sogar die Authentizität der einzelnen Reisestationen.

Doch innerhalb dessen zieht sich die Handlung, Ereignisse wiederholen sich und vermehrt ergeben sich eklatante Logiklöcher auf diversen Ebenen. Die Polizei ist gänzlich außen vor, scheinbar werden einige Opfer rein gar nicht vermisst, während man sich an einigen Stellen die Einblendung "Don´t drink and drive" wünschen würde.

Unüberlegt und einfältig erscheint das, was am Ende übrig bleibt. Das uninspirierte Finale unterstreicht das in einigen Belangen und auch der Ausgang vermag nicht zu befriedigen.
Ein wenig psychologische Tiefe hätte bereits ausgereicht, um das Geschehen halbwegs interessant zu gestalten, doch so bleibt der Streifen ein mutloser Versuch, einem Killerpärchen Leben einzuhauchen.
3,5 von 10

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