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Philip Morgan, der Kreativ-Direktor einer erfolgreichen Werbe-Agentur, ist arg verwundert über die Entscheidung des neuen Besitzers Ted Quinn, die halbe Belegschaft ohne Grund zu entlassen und stattdessen einen Schwung neue Leute mit an Bord zu holen, die nun an irgendwelchen geheimen Kampagnen und Projekten werkeln, über die er selbst nicht informiert wurde. Philips Freund und Kollegen Sam Goldstein kommt das alles ebenfalls merkwürdig vor, weswegen er auf eigene Faust in Quinns Vergangenheit herumschnüffelt... und kurz darauf schon tot im Kühlschrank seiner Wohnung aufgefunden wird. Während die Polizei Philip prompt als Mordverdächtigen im Auge hat, kommt dieser mit seiner Arzt-Freundin Brenda dahinter, dass Quinn die Agentur nur übernommen hat, um mittels in Werbespots versteckter Botschaften, die das Unterbewusstsein der Betrachter beeinflussen, eine anstehende Senatoren-Wahl zu manipulieren... Der kanadische "Agency - Botschaft des Bösen" hat zwar eine nicht uninteressante und durchaus diskussionswerte Thematik aufgetan (letzten Endes wieder mal: subliminale Manipulation des Fernseh-Publikums) die ihn irgendwie als Bruder im Geiste von Michael Crichtons "Kein Mord von der Stange" aus dem Folgejahr erscheinen lässt, doch anstatt aus der im Kern mehr als tauglichen Prämisse auch einen ernsthaften Thriller mit Sci-Fi-Anstrich zu machen, kommt das Ganze als mäanderndes B-Movie mit ziemlich merkwürdigen humorigen Untertönen daher... ganz so, als ob Regisseur George Kaczender beim Blick auf das Drehbuch eher eine Komödie vor Augen geschwebt ist. Trotz einer oberflächlichen Krimi-Handlung und eines zumindest vermeintlichen Mystery-Hooks (dessen Auflösung allerdings weithin absehbar ist und aus dem auch nicht wirklich ein Geheimnis gemacht wird) geht es hier keinesfalls darum, Spannung zu erzeugen, sondern vielmehr kleine satirische Spitzen gegen die Werbe-Industrie zu setzen: Da wird mittels ulkiger Commercials und hohlem Gelaber die gesamte Branche durch den Kakao gezogen, während einer der gedungenen Henchmen der "Agency" mit Hut und Gestapo-Ledermantel durch die Gegend läuft wie Major Toht aus "Jäger des verlorenen Schatzes"! So ist die gesamte Atmosphäre von "Agency - Botschaft des Bösen" ergo ziemlich weird... und dazu addiert sich dann noch das typische Flair eines kanadischen Steuerabschreibungs-Filmchens, das sich ziemliche Mühe gibt, seine wahre Herkunft zu verschleiern und als US-Produktion durchzugehen. Das Einzige, was einen hier über die Laufzeit bei der Stange hält, ist folglich die namhafte Besetzung, die passable Leistungen abliefert: Robert Mitchum ist als Bösewicht mal wieder eine sichere Bank (auch wenn sein Ted Quinn niemals in einem Atemzug mit Harry Powell und Max Cady genannt werden wird!), Saul Rubinek amüsiert in einer frühen Nebenrolle als paranoider Werbe-Fuzzi, der schnell im Kühlschrank landet, und Valerie Perrine (fünf Jahre zuvor noch als beste Hauptdarstellerin für "Lenny" für einen Oscar nominiert) gibt unterfordert das Protagonisten-Liebchen. Dass es für TV-Star Lee Majors nach einigen vorhergehenden Flops auch mit "Agency - Botschaft des Bösen" wieder nicht mit der Kino-Karriere geklappt hat, verwundert einen übrigens kein Stück, denn das Ganze kommt in billigster Fernsehfilm-Manier beinahe ohne jede Action daher und wirkt doch tatsäch unspektakulärer als eine beliebige Episode von "Der 6 Millionen Dollar-Mann" oder "Ein Colt für alle Fälle". Immerhin: Wenn man sich auf die seichte Tonalität des Streifens einlassen kann und keinen "richtigen" Genre-Vertreter erwartet (oder einfach mal nur gerne in der Rumpelkammer der Filmgeschichte stöbert), ist es möglich, aus dem präsentierten, allumfassenden Mittelmaß noch einen gewissen Unterhaltungswert zu ziehen.

5/10

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