Review

kurz angerissen*

Eigentlich ist "Zoolander 2" eine ähnlich dumme Komödie wie sein Ewigkeiten zurückliegender Vorgänger: Die gleichen bekloppten Visagen, vergleichbare Fremdschammomente und ein Haufen schwachsinniger Cameos. Man braucht prinzipiell eine gewisse Polung, um das witzig finden; vielleicht spricht die Kunstfigur Zoolander grundsätzlich Menschen an, denen Branchen suspekt sind, in denen Selbstdarstellung zur Kernkompetenz erhoben wird. In einem gewissen Rahmen wird das wieder bedient, wird doch mit jedem Gagversuch auf die Weltfremdheit und Isoliertheit der Modebranche abgezielt.

War der Film von 2001 jedoch ein direkter Kommentar zur dieser Branche und somit nicht ganz fehl am Platz, so ist der zweite Teil lediglich ein Kommentar zum ersten Teil; ähnlich wie der zweite "Dumm und Dümmer" ist er vor allem darauf aus, die Dümmlichkeit seiner beiden Hauptfiguren so deutlich wie möglich herauszustellen. Stiller hat dazu diesmal das Stilmittel entdeckt, seinen Film formell wie ein düsteres Comebackdrama wirken zu lassen, um jedes Klischee dieses Genres mit grenzenloser Debilität zu brechen. So wird Derek Zoolander (unter dem reichlich behämmerten Decknamen Eric Toolander) beispielsweise von seinem Agenten als Einsiedler(krebs) in einer verschneiten Hütte (in New Jersey) mit räudigen Vollbart (inklusive Strähnchen) brütend in seinem Sessel gefunden (während ihm freundlicherweise noch eine Netflix-Rental-DVD mitgebracht wird). Das ist schon ziemlich bekloppt, hat aber letztlich nur noch indirekt etwas mit dem ursprünglichen Sujet zu tun.
Als Zoolanders Sohn ins Spiel kommt, wird die Problematik nur noch verstärkt. Nicht genug damit, dass Kurzauftritte wie jene von Kiefer Sutherland ans Bizarre grenzen, erreicht der aus dem Nichts ins Skript geholte Nachwuchs nichts als ein ermüdendes Gegengewicht zum endlosen Fettnapf-Parcours des Vaters. Selbst bei Will Ferrells Guru mit Imperator-Zügen fehlt der Überraschungseffekt.

Ja, "No. 2" hat trotz alldem seine Momente; mit Benedict Cumberbatchs Cameo sogar einen ziemlich großen. Im Ganzen aber möchte man den Film eher nicht zum Bleiben einladen, nachdem er irgendwie einfach aufgetaucht ist, ohne dass man darum gebeten hatte.

*weitere Informationen: siehe Profil

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