Nicht von ungefähr ist der Ruf deutscher Komödien nicht der beste: Zu banal, zu bieder, zu infantil und vor allem zu oberflächlich. Autor und Regisseur Paul Florian Müller beweist mit seiner rabenschwarzen Komödie das Gegenteil, indem er auf den Spuren großer Vorbilder wie Rodriguez, Richie und Tarantino wandelt ohne sie übermäßig zu imitieren.
Schriftsteller Theo (Fabian Busch) benötigt dringend die Hilfe seines besten Freundes Valentin (Wotan Wilke Möhring), der sich soeben in dessen Wohnung befindet. Dort angekommen erspäht er die Leiche der Kellnerin Mörli (Claudia Eisinger), - doch das ist erst der Anfang einer Reihe von Problemen…
Mehr lässt sich über den Handlungsverlauf nicht berichten, denn alles andere zöge den einen oder anderen Spoiler mit sich. Müller bedient sich einiger Rückblenden und visualisierten Gedankenspielchen und sorgt damit für einen nicht unerheblichen Unterhaltungswert. Allein die Anekdote über den „Schwanzmann“ dürfte mindestens Schmunzler generieren.
Mal in Schwarzweiß gehalten, mal nur eine halbe Minute lang, verweben sich Hintergründe und Begebenheiten zu einem Ganzen, dem wiederum weitere Twists und Turns folgen, denn nichts ist wie es scheint.
Geschickt wechselt Müller die Perspektiven und offenbart dabei ein gutes Händchen fürs Timing, denn Langeweile ist bei dieser Komödie und innerhalb der kurzen Laufzeit von rund 80 Minuten ein Fremdwort. Mit viel Situationskomik und rabenschwarzem Humor, einigen Gewalteinlagen (die eine FSK12 schon fast bedenklich erscheinen lassen) und ausgeklügelten Kameraperspektiven ist stets viel Schwung drin, nur gegen Ende driften Verläufe ins Groteske ab und der Einsatz von Zeitlupe wird ein wenig überstrapaziert.
Die durch die Bank überzeugenden Mimen tragen ebenfalls zum positiven Gesamteindruck bei, wobei die Damen aufgrund der nuancierten Figurenzeichnungen deutlich besser abschneiden als die Herren, denen einige Klischees und Widersprüche anhaften.
Der Score ist zwar phasenweise arg an „Pulp Fiction“ angelehnt und Fans von Georges Bizet dürften ab und an mit den Zähnen knirschen, doch insgesamt passt er wunderbar zur Grundstimmung.
Ein sonderlich üppiges Budget dürfte Müller für seinen ersten Langfilm wohl kaum zur Verfügung gestanden haben, doch dafür kann sich das Ergebnis in jeder Hinsicht sehen lassen.
Viele Gags sitzen, mancher Dialogverlauf überrascht und wer meint, die Handlung ab einem gewissen Punkt erahnen zu können, wird kurz darauf vom Gegenteil überrollt.
Deutliche Empfehlung für Freunde schwarzhumoriger Krimi-Komödien, denn kurzweiliger geht es innerhalb dieses Rahmens kaum.
8 von 10