Zuweilen ist der Titel Programm, wie beim vorliegenden Thriller des Spielfilmneulings David Tennant. Allerdings geht es zu keiner Zeit so garstig zu wie in "Funny Games", so beklemmend wie in "Them" oder so terrorartig wie in "You're Next".
Am ehesten erinnert das Treiben noch an "Panic Room", nur in arg abgespeckter Variante mit deutlich mehr Logiklöchern.
Chloe (Natasha Henstridge) und ihr Stiefsohn Jacob verbringen mal wieder eine Weile allein in der abgelegenen Villa, als in einer Gewitternacht drei Einbrecher ins Haus eindringen. Mit Mike (Jason Patric), dem Spezialisten für Sicherheit am Telefon verbunden, versuchen die zwei ungesehen aus dem Gebäude zu gelangen...
Die Erzählung verliert keine Zeit und steigt sogleich mit dem Überfall ein, um kurz darauf eine knappe Figureneinführung zu platzieren, in der das nicht allzu stimmige Verhältnis zwischen Kind und Stiefmutter veranschaulicht wird. Die drei Kriminellen, unter anderem Scott Adkins bringen indes viel Zeit mit, zumal ihnen eine manipulierte Brücke durch einen vierten Ganoven zugute kommt und die Cops somit nicht so rasch zum Tatort gelangen.
Mit den schwachen Figurenzeichnungen kann man leben, jedoch findet im Haus nur selten ein Katz- und- Maus- Spiel statt, da die Einbrecher kaum an den Bewohnern interessiert sind und Chloe erst nach einer halben Ewigkeit einfällt, dass ihr Mann eine Schusswaffe deponiert hat, nachdem man sich, zuweilen reichlich offensichtlich, an verschiedenen Orten im Haus versteckt hielt. Spannung kommt dabei nur selten auf und mit zunehmender Dauer mehren sich Logikfehler und Unwahrscheinlichkeiten, irrationale Verhaltensweisen und unbeantwortete Fragen, wie etwa der Inhalt eines Tresors, die Verbindung zwischen Gangster und Hausbesitzer und den augenscheinlich traumatischen Familienhintergrund von Mike, welcher allerdings nur vage angerissen wird.
Trotz solider Kamera (Detailaufnahmen beim Knacken eines Tresors) und passabler darstellerischer Leistungen (Adkins hat wenig zu tun und darf nur böse gucken, Henstridge wirkt ein wenig unterfordert, performt aber okay) kommt das Treiben wie eine gängige TV-Produktion daher, was nicht zuletzt an den milden Gewalteinlagen liegt. Selbst blutige Einschüsse fallen eher unblutig aus, nur eine Hacke im Bein hinterlässt ein paar Blutspuren im Flur.
Die durch das Unwetter geschürte Atmosphäre vermag das Treiben kaum allein zu tragen, zumal die Räumlichkeiten des Hauses nur bedingt Abwechslung verschaffen. Teile der Navigation per Telefon sind recht spannend zu verfolgen und einige Fluchtversuche weisen ein gutes Timing auf, doch insgesamt hält sich das Mitfiebern in Grenzen, wobei diverse Sprünge zu Nebenschauplätzen eher den Drive herausnehmen.
Ein vergleichsweise schwächerer Vertreter des Subgenres, als kleiner Lückenfüller an einem verregneten Wochenende okay.
5 von 10