Review

Eine Travestie


„Alice Im Wunderland 2“ ist ein Film, bei dem ich mich nicht dafür schäme, irgendwann (geistig) komplett abgeschaltet zu haben. Denn dieses „Disneyspektakel“ ist an Künstlichkeit und Aufgesetztheit nur noch schwer zu überbieten. Erzählt wird von Alice's Rückkehr ins Zauberland, wo es ihrem Freund, dem Hutmacher, gar nicht gut zu gehen scheint und sie durch die Zeit springen muss, um Dinge wieder gerade zu biegen…

Das ist nicht würdig für Alan Rickmans letzte Rolle. Das war mein erster Gedanke nach „Through The Looking Glass“. Aber natürlich hat dieses leere Abenteuer in einer prall gefüllten Parallelwelt noch viel mehr Probleme und Peinlichkeitspunkte. Es gibt immer etwas zu sehen, das Tempo ist hoch, die Farben sind knallig und manch ein Computereffekte definitiv top notch. Und dennoch ist „Alice Through The Looking Glass“ einer der unnötigsten und generischsten Blockbuster, den Disney in den letzten zwanzig Jahren rausgehauen hat. Kein Vergleich etwa zum aktuellen „Jungle Cruise“, der dagegen fast magisch und echt wirkt. Da kommt schon etwas Schadenfreude und Genugtuung auf, wenn diese überflüssige Fortsetzung nur einen klitzekleinen Prozentsatz seines Vorgängers an den Kinokassen einspielen konnte. Die Figuren sind drüber in jedem Sinne des Wortes. Die Action ist überladen, unübersichtlich und egal. Die Geschichte geht einem total egal an den langsam zufallenden Augen vorbei. Alles wirkt wie Hülle und eine Schaufenstertorte - absolut nicht zum Verzehr geeignet. Macht nicht (nur) dick, sondern ist eher schlicht gefährlich und schmerzhaft. 

Fazit: Teil 1 war für mich schon qualitativ einer der miesesten Box Office-Milliardär überhaupt. Aber „Hinter den Spiegeln“ unterbietet diese artifizielle und seelenlose Fantasyshow aus dem Computer sogar nochmal. Ziemlich abgefahren - der Zug, versteht sich, nicht im positiven Sinne! 

Details
Ähnliche Filme