Jackie Chan versuchte schon einmal Mitte der 80`er seine Filmkarriere in den USA voran zutreiben, kehrte aber nach ausbleibendem Erfolg schnell enttäuscht nach Hongkong zurück. Gut 10 Jahre später versuchte er noch einmal sein Glück in Hollywood und siehe da, er landete auf Anhieb einen beachtlichen Erfolgshit. Zu solch einer Hochform wie in Rumble in the Bronx sollte Chan später nur noch selten auflaufen, besonders seine populären amerikanischen Filme strotzten nur so vor seichten Gags und vergleichsweise harmloser Action. Ein Grund mehr sich an diesem Chan Klassiker zu erfreuen, der definitiv zu seinen besten Filmen gehört.
Zwar stimmt bei Chans Filmen zumeist die Action, die Handlung bleibt aber meist etwas auf der Strecke. Auch Rumble in the Bronx kann inhaltlich nicht wirklich überzeugen, macht dies aber durch seinen flotten Erzählstil ohne größere Längen wieder wett.
Keung (Jackie Chan) besucht seinen Onkel in den Vereinigten Staaten zu dessen Hochzeit. Onkel Bill (Bill Tung) führt im New Yorker Stadtteil Bronx einen Supermarkt, den er vor der Trauung noch schnell verkaufen will. In Elaine (Anita Mui) findet er eine dankbare Abnehmerin, die noch gar nicht so recht weiß worauf sie sich da eingelassen hat. Jugendbanden machen dem Amerikatouristen Keung das Leben schwer und nehmen Elaines Laden nicht nur einmal auseinander. Als eines der Gangmitglieder eine Bande Profikiller wertvolle Diamanten stielt wird es richtig brenzlig. Die Schwerverbrecher nehmen Keungs Freunde als Geiseln und lassen sie nur frei wenn er die Diamanten wiederbeschafft.
Regisseur Stanley Tong macht keine Experimente, sondern hält sich an die bewährte Erfolgsformel: soviel Action wie möglich, soviel Inhalt wie nötig. Dabei bleiben zwar die Figuren etwas auf der Strecke, aber Langeweile kommt auch keine auf. Jackie darf sich in bewährter Manier durch den Film prügeln und glänzt durch zahlreiche einfallsreiche Stunts wie etwa der Sprung von einem Häuserdach zum anderen. Ganz so halsbrecherisch wie in Hongkong darf sich Jackie in Hollywood zwar nicht zeigen, aber das liegt wohl eher an den strengen Versicherungsrichtlinien der Studios. Das auch dieser Dreh trotzdem nicht ohne Schmerzen von statten ging sieht man spätestens bei den Outtakes. Bei einem der Hovercraft Stunts hatte sich Jackie den Fuß gebrochen und musste in Gips weiterdrehen. So konnte das Finale nicht ganz in der Form gedreht werden wie geplant, weshalb der Film auch recht abrupt und ohne großen Showdown endet.
Trotzdem ist Rumble in den Bronx eine wahre Actiongranate, der Klassikern wie Police Story in nichts nachsteht. Jackie zeigt sich extrem agil und überzeugt besonders durch die harte Gangart, wovon insbesondere die Kampfszenen profitieren. Einen wirklich gleichwertigen Gegner mit ähnlichen Skills gibt es zwar nicht, aber Jackie dabei zuzusehen wie er bösen Jungs im Dutzend den Hintern versohlt ist auch nett anzuschauen.
Dem höheren Budget ist es auch zu verdanken das viele Actionszenen um einiges größer ausfallen als in vergleichbaren Hongkongfilmen. So gibt es beispielsweise eine herausragende Hovercraftverfolgung quer durch die City von New York (gedreht wurde in Vancouver) zu sehen, bei der zahlreiche Autos und Gebäude demoliert werden.
Im Gegensatz zu vielen früheren Filmen spielt Jackie dieses Mal nicht nur den Pausenclown sondern zeigt sich eher von seiner gutmütigen Seite und ist immer helfend zur Stelle. Was nicht heißen soll das es nichts zu lachen gibt, nur sind die Gags eher situationskomisch und auf einer westlicheres Publikum ausgelegt. Dafür muss die unterdessen verstorbene Anita Mui als frischgebackene Ladenbesitzerin ordentlich einstecken wenn ihr Geschäft in Schutt und Asche gelegt wird. Auch die bezaubernde Francoise Yip gefällt als junges naives Mädchen, die erst durch Jackie auf den rechten Weg geführt wird.
Fazit:
Auch wenn der Film vorrangig für ein Massenpublikum produziert wurde, so kommen auch die richtigen Fans auf ihre Kosten. Rumble in the Bronx überzeugt durch seine gute Mischung aus Witz und Action, ohne sich dabei übertriebener Komik zu bedienen. Wer sich bisher weniger intensiv mit Jackie befasst hat, findet hier einen geeigneten Einsteigerfilm mit dem man nichts falsch machen kann.