Review

Es hätte eine völlig durchgeknallte Après-Ski-Gaudi werden können und in Ansätzen ist das dem österreichischen Regisseur Dominik Hartl auch gelungen. In den entscheidenden Momenten fehlt es allerdings schlichtweg an mitreißender Dynamik.

Unternehmer Franz hat im Zuge des Klimawandels eine Schneemaschine erfunden, doch als er sie einem russischen Funktionär vorstellt, bekommt dieser eine Ladung der ominösen Substanz ab. Bei Almwirtin Rita (Margarete Tiesel) kehrt das Gespann inmitten einer Party ein und auch die Snowboarder Steve, Branka und Josh landen unfreiwillig auf der Fete, auf der sich die Anwesenden schon bald in Untote verwandeln…

Hartl orientiert sich bei seinen Untoten an die eher langsamen Kreaturen, die viel Zeit mitbringen, durch Musik ruhig gestellt werden können und nicht gerade zu cholerischen Übergriffen neigen. Das Make-up fällt angenehm old school aus, während die Geräusche der Zombies deutlich an die aus „Braindead“ erinnern. Als Pendant zum Rasenmäher gibt es gegen Showdown einen Schneehäcksler.

Leider fallen die jungen Figuren eher blass aus, wogegen Rita als Almwirtin zumindest noch ein paar deftige Sprüche raus pfeffert und somit den übrigen die Show stielt. Spätestens, als sie die Kriegsgeschosse ihres geliebten Franzl aus dem verstaubten Keller kramt und nicht sonderlich erfolgreich um sich ballert, hat sie sämtliche Lacher auf ihrer Seite, von denen es insgesamt nicht allzu viele gibt. Ein Tänzchen zwischen leicht schunkelnden Zombies lässt eher kleine Längen entstehen und auch die Situationskomik zündet eher selten, zumal die Chose überwiegend harmlos vonstatten geht.

Zwar spritzt und splattert es phasenweise ein wenig, ein paar Innereien werden offen gelegt und Untote werden reihenweise enthauptet, doch ein inspiriertes Splatterfest offenbart sich nicht. Speziell im Finale mangelt es an Drive, viele Szenen wirken beliebig editiert und obgleich der Bodycount final ordentlich in die Höhe schnellt, mangelt es in dieser Phase an Einfallsreichtum.

Auf der Habenseite ist eindeutig die Szenerie der Almhütte zu verbuchen, auch einige Landschaftsaufnahmen schüren eine isolierte Stimmung. Leicht trashig, aber dennoch amüsant fallen indes infizierte Rehe aus, welche ebenfalls an Mutationen von Peter Jackson erinnern. Ebenfalls gelungen sind die Actioneinlagen in Richtung Snowboarding, denn im Vergleich zum Rest stimmt hier das Timing.

Gegenüber Artverwandte wie „Red Snow“ ziehen die Lederhosenzombies (nicht einer trägt hier eine solche) deutlich den Kürzeren, obgleich ein passables Tempo vorgelegt wird und die Atmosphäre primär im ersten Drittel zündet. Hartls Debüt mangelt es an Dynamik und Finesse, an markanten Gesichtern und aberwitzigen Einlagen. Liefert innerhalb der 78 Minuten zwar okaye Unterhaltung, bleibt jedoch insgesamt deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Knapp
6 von 10

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