Der Klimawechsel macht auch vor den Alpen keine Pause, und so hat sich Skilift-Großunternehmer Franz Steiner für sein Tiroler Ressort eine chemische Lösung für den allzu rasch dahinschmelzenden Schnee ausgedacht: die grün-gelb schimmernde Flüssigkeit namens Solanum +10 erzeugt nämlich temperaturbeständige Flocken, mittels derer auch in Zukunft für zahlungskräftiges Publikum gesorgt werden soll. Doch bei der Generalprobe vor dem russischen Investor Chekov läuft dann doch einiges schief, als jener nämlich mit der schleimigen Substanz in Berührung kommt und sich langsam aber sicher in einen grunzenden Zombie verwandelt.
Gleichzeitig versemmelt ein Profi-Snowboarder ein Photoshooting, was ihm, einem Kollegen und seiner fotografierenden Freundin die Kündigung einbringt. Da es für einen Abstieg bereits zu spät ist, müssen die drei jungen Leute die Nacht auf dem Berg in einem Après-Ski-Etablissement verbringen. Doch wie es der Zufall so will, hat sich unter die vielen besoffenen Gäste in Ritas Gaudihütte auch der zum Untoten mutierte Investor gemischt, und so verwandeln sich die Alkoholleichen langsam aber sicher in eine Horde beißwütiger Zombies...
Mit seinem 2016er Angriff der Lederhosenzombies fügte Regisseur Dominik Hartl dem an Varianten ohnehin nicht gerade armen Genre auch eine österreichische Spielart hinzu, die klischeegerecht auf schneebedeckten Berggipfeln spielt und dabei zahlreiche Vorbilder zitiert, ohne plottechnisch allerdings auch nur irgendetwas Neues zu bieten. Im Gegenteil, die generische Handlung, besonders jedoch die völlig beliebigen und uninteressanten Hauptdarsteller schaffen es zu keiner Zeit, das Publikum für deren Überlebenskampf in dieser Zombie-Komödie zu interessieren.
Möglicherweise war dieser Umstand der Regie aber auch bewußt, denn das Hauptaugenmerk des nur knapp 74 Minuten kurzen Streifens liegt auf bewußt übertriebenen und entsprechend lang zelebrierten Splatter-Einlagen, die sich überdeutlich an Peter Jacksons 1992er Kultklassiker Braindead orientieren: da wird mit Snowboards, Skistöcken, Motorsägen, Schneemobilen und sonstigen Werkzeugen munter in der Gegend herumgemetzelt, daß es nur so eine Freude ist. Dabei fallen zwischendurch einige völlig mißratene Einstellungen (wie jene mit der Snowboard-Guillotine oder den Zombie-Rehen) oder das teilweise suboptimale Timing nicht weiter ins Gewicht, doch leider reicht diese (erfreulicherweise handgemachte) - Blut- und Gedärmorgie dann aber doch nicht für einen abendfüllenden Film, zumal die Protagonisten - Hüttenwirtin Rita mal ausgenommen - derart austauschbar auftreten.
Immerhin wartet der Streifen ganz zu Beginn mit einer bewußten Provokation auf, als nämlich der Snowboarder zum Entsetzen aller Anwesenden (darunter auch ein Kind) nackt durch den Schnee gondelt, wobei sein Gemächt schamhaft mit einem überdimensionalen schwarzen Balken verdeckt ist - doch dieser vielversprechenden Boshaftigkeit folgen dann nur bemühte Witzchen von der Stange. Später im Film kramt Rita, die sich auf die Seite der jungen Leute geschlagen hat, aus ihrem Keller dann eine vollständige MG-Schützen-Ausrüstung inklusive Stahlhelm aus dem 2. Weltkrieg heraus, mit der sie allerdings nur ihr eigenes Etablissement durchlöchert, ohne auch nur einen einzigen Zombie zu treffen.
Das ist ein bißchen schade, denn die Themen besoffene primitive Après-Ski-Gäste oder die in den österreichischen Wintersportorten regelmäßig zur allgemeinen Überlebensfrage hochstilisierte, geradezu panische Angst vor dem Ausbleiben der Kundschaft hätte durchaus Potential für einige bitterböse Pointen - auf die man allerdings vergeblich wartet.
So bleibt der für ein internationales Publikum konzipierte Angriff der Lederhosenzombies (in denen übrigens kein Zombie in Lederhosen auftritt) ein ausschließlich durch seine geradezu liebevollen Gore-Effekte unterhaltsamer Film, der allerdings auch keine bleibenden Spuren hinterläßt. SFX: 9 Punkte, Plot: 2 Punkte, Hauptdarsteller: 0 Punkte, macht in Summe 4 Punkte.