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Ben Wheatley scheint schon seit einer Weile nicht mehr an konventionellen Filmen interessiert zu sein. Waren KILL LIST und SIGHTSEERS noch als (ungewöhnliche) Genrefilme zu bezeichnen, hat er spätestens mit A FIELD IN ENGLAND das klassische Erzählkino verlassen und konzipiert vielmehr Versuchsanordnungen als Filme. Entsprechend ist FREE FIRE kein Genrebeitrag à la Tarantino geworden (was aufgrund von Setting und „Handlung“ nahegelegen hätte) sondern ein Shootout als absurdes Theater, RESERVOIR DOGS als A FIELD IN ENGLAND.

So vielversprechend das Vorhaben auch klingt, einen Film auf seinen Showdown zu reduzieren (SHOOT EM UP hat das 2007 hervorragend und sehr kurzweilig bewerkstelligt) – FREE FIRE hat das Potenzial für einen guten zwanzigminütigen Studenten-Abschlussfilm und wirkt auf Spielfilmlänge entsprechend ermüdend: zu wenig Charme und Witz, redundante Ballereien statt gut gemachter Action und keinerlei Spannung. Dass man sehr schnell den Überblick verliert, wer hier eigentlich auf wessen Seite steht, ist Programm: „I forgot whose side I’m on!“ ruft ein Charakter, nachdem die Schießerei schon voll in Gang ist. Ob es auch vom Regisseur beabsichtigt war, dass man sich mit der Geografie der Location schwer tut und die verstreuten Charaktere kaum verorten kann, ist fraglich. Vielleicht ist es auch einfach ein Mangel in der Inszenierung. So ist es kein Wunder, dass es einem nach einer Weile ziemlich egal ist, wer da gerade wohin verwundet durch den Dreck kriecht und wer das ganze Schlamassel überlebt.

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