Review

Wenn nur wenige Figuren in einem krimiähnlichen Gruselfilm aus den Fünfzigern mitmischen, ist die Auflösung manchmal nur allzu offensichtlich und der Spuk leicht erklärbar. Positiv ist hingegen, wenn sich die Erzählung bis zum Schluss noch ein Türchen für übersinnliche Aspekte offen hält.

Eric und Jenni sind frisch verheiratet und wollen in das einsam gelegene Haus seiner verstorbenen Frau Marion ziehen. Doch bereits in der ersten Nacht hört Jenni unerklärliche Geräusche, während sie Marions Portrait an ihre eigene, bei einem Unfall verstorbene Mutter erinnert. Könnte der geistig zurückgebliebene Gärtner Mickey einen Grund haben, das Paar rasch wieder loszuwerden?

Es ist schon herrlich einen Score zu hören, der heutzutage allenfalls für Trash oder eine Parodie Verwendung finden könnte, denn die Sopranistin schmettert annähernd drei Oktaven in einem Takt, bis kurz vorm Zerspringen der Kronleuchter.
Dennoch sorgen die musikalische Untermalung und der anfangs recht zurückhaltend eingesetzte Grusel für eine angenehm morbide Stimmung, die durch den Gärtner, auch wenn er von seinem Profil her recht klischeebeladen daherkommt, noch verstärkt wird.

Des Weiteren mischt allerdings nur ein befreundetes Paar (er ist Reverend) mit, welches nur sekundären Einfluss auf die Situation des Paares hat.
Aufgrund dieser wahrlich übersichtlichen Figurenkonstellation kommen ergo nur wenige Möglichkeiten in Betracht, welches Geheimnis sich hinter dem titelgebenden Schädel verbergen könnte und tatsächlich wird man noch vor Beginn des letzten Drittels darin bestätigt.
Allerdings wartet der Showdown mit einem kleinen Twist auf, der sogar einige Fragen im Unklaren lässt, womit nicht nur rational erklärbare Elemente den Fokus der Geschichte diktieren.

Für zeitgenössische Verhältnisse gestalten sich die Effekte natürlich absolut cheesy, denn der Schädel oder auch milchige Gesichter werden mit überlagerten Aufnahmen in Szene gesetzt, wobei phasenweise ohne Stativ gearbeitet wurde, was einen unfreiwilligen Schmunzler hervorbringt, wenn ein leicht zittriger Totenschädel an der Wand erscheint.
Gelungen ist hingegen das Spiel mit Licht und Schatten, beispielsweise bei einer Verfolgung im leicht verwucherten Garten oder dem ängstlichen Gesicht Jennis im Schein einer Kerze.
Zwar fördert das Interieur des Hauses nur wenig Atmosphäre zutage, doch der Teich und die Bewucherung im hinteren Teil des Gartens können dem entgegenwirken.

Leider kommt die simple Story zu Beginn nur schwer in die Gänge und auch im Mittelteil sind kleine Durchhänger zu verzeichnen, da das Timing nicht immer günstig ist, die Dialoglast oft gegen zu kurze Gruseleinlagen überwiegt und die leicht hölzern agierenden Mimen zu wenig Charisma mitbringen, um die Geschichte nur mit ihrer Performance zu tragen.
Glücklicherweise vermag der Showdown noch etwas unerwartete Abwechslung ins Spiel bringen, obgleich die Effekte erneut einen nicht zu verachtenden Schmunzelfaktor mitbringen.

Insgesamt hätte der Streifen also mehr Grusel und weniger Worte vertragen, wobei die geringe Anzahl an Protagonisten zwangsläufig dazu führt, dass weniger Bewegung und Abwechslung im Spiel sind und entsprechend mehr mit Dialogen gearbeitet wird.
Die Atmosphäre bildet im Zusammenhang mit den schlichten, aber immer noch effektiven Spukeinsätzen ein paar nette Momente und auch die simpel gestalteten Effekte wissen zumindest zu erheitern. Doch der Kern der Geschichte ist, auch für damalige Zeiten, zu banal gestrickt, um Ratefüchse dauerhaft bei Laune zu halten, auch wenn es final noch eine kleine Wendung zu verzeichnen gibt.
Für Freunde altbacken inszenierten Gruselns aus der charmanten Schwarzweiß-Ära eventuell ein schlichter Happen für Zwischendurch, alle anderen werden ihn wohl eher als kalten Kaffee abstempeln.
5,5 von 10

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