Schöne Paarungen hatte Nicolas Cage eigentlich während seiner (anhaltenden) DtV-Phase, eine mit Pearce, eine mit Dafoe, eine mit Wood wie hier, kann er sich und auch der Zuschauer nicht beklagen, interessante Formationen, teilweise auch Kombinationen mit entsprechend fähigen Regisseuren dahinter. Cage natürlich meist als erster Mann gesetzt, als Zugpferd vorneweg, der zweite aber auch beachtet, von Rang und Namen, eine Unterstützung, eine Gleichwertigkeit, eine Ergänzung, eine Vervollständigung, der Blick hier entrückt, er fällt als Erstes auf ein Augenpaar und dann ein Paar Brüste, Wood beim Liebesakt, Cage, beim Anziehen und Fertigmachen, dazu wird Jerry Lewis noch erwähnt, zwei von drei sind Cops, Lewis natürlich nicht mehr, Lewis spielt einen im Ruhestand, einen A.D., das sehen wir später:
Der junge Polizeisergeant David Waters [ Elijah Wood ] und sein älter Chef und Freund Lieutenant Jim Stone [ Nicolas Cage ] sind beide beim Las Vegas Metropolitan Police Department in der Verwaltung der Beweismittel zuständig. Sie machen den Job nach dem Motto Dienst nach Pflicht, aber auch nicht mehr, bis Jim eines Tages eine exorbitant hohe Kautionssumme für einen kleinen Drogendealer auffällt und er dort weiteren Nachschub vermutet. Beim Einbrechen in die zuvor observierte Wohnung stoßen sie allerdings auf a) unvermittelt Widerstand und b) viele weitere Überraschungen.
Eine Tatortsbegehung, vom LVPD, Cage als Mentor, als Art Praxisanleiter, einer engagierter als der andere, eine seltsame Angelegenheit, ein Verbrecher noch im Wandschrank, eine Auseinandersetzung und versuchte Flucht. Gefallen werden geschuldet und geduldet, werden gemacht, sind angebracht, private Vergünstigungen, erste Andeutungen, gefundene Drogen im Motorblock eines Wagens, dazu eine hohe Kaution. Lewis ist der Vater von Cage, das ist passend, es wird sich auf in die Geschichte gemacht, eine Akte begutachtet, Polizist gespielt, eine Quittung sticht ins Auge, es wurde nachgeprüft, es sind Fragen offen, es gibt Möglichkeiten für Mehr, eine Türe mit Chancen öffnet sich, das große Geld winkt. "In so eine Sache sollte man seine Nase nur dann stecken, wenn es einfach und ungefährlich ist.", es wird natürlich nicht auf den Kopf gehört, es wird observiert und nachgespürt, viele Einstellungen auch von der Stadt und ihrer Umgebung, abseits der Spielbauten gibt es hier. Eine Entwicklung schreitet voran, man bewegt sich unterschiedlich, mit verfolgendem Blick, mit der Spürnase voran, eine Beschattung abseits der glänzenden Stätten, in das normale Las Vegas, der richtigen Stadt, nicht nur der mit der Gelddruckmaschine, mit der Glücksspiellizenz.
Die Marke trägt man dabei immer bei sich, am Mann den Ausweis, die Eintrittskarte zu den verschlossenen Türen, Cage als Freund und gleichzeitig Boss, er genießt das Unternehmen, die Spielfreude dringt aus dem Bildschirm nach außen, Wood in einer ungewohnten Rolle ebenso, zwischendurch wird Russisch Roulette gespielt, dann ein Sonderauftrag eingefädelt, eine Undercoveroperation, ein Polizeifilm mit komödiantischen Unterton. Einer mischt sich unter das einfache Volk, der andere radelt in der Asservatenkammer herum, eine Montage klärt die Verhältnisse, man hat bei Tag und Nacht zu tun. In der Inszenierung wird das leicht und trotzdem aufmerksam behandelt, die Kleinigkeiten im Auge, auch mal ganz weit hinten die im Bilde, es wird mit den Personen gegangen, "Viel Glück" gewünscht, auf die nächtliche Spritztour gegangen, in Verkleidung auf die Fährte gegangen, mit Polaroids hantiert, die Neugier geweckt, die "Nancy Drew Scheiße" begangen, Wood weiterhin oft mit entrücktem Blick. Die Ermittlungen sind nicht legitimiert, sie werden trotzdem so behandelt, die Dienstmarke und der Ausweis und die Erfahrungen helfen, ein Krimi mit hineingenommen, das Publikum auf eine Reise mitgenommen, in Begleitung zweier Polizisten, die genauso viel wissen wie der Betrachtende.
Eine angenehme Form der Unterhaltung wird hier geboten, die Darsteller charismatisch, sympathisch einzeln und auch im Umgang miteinander, die Inszenierung unauffällig, aber an den Figuren dran, es werden Pläne gemacht und(scheinbar) Miniaturen aufgebaut, es wird ein Coup eingefädelt, man duzt sich und geht auf Tuchfühlung, man bringt sarkastische Details mit ein, findet prägnante Momente, Einstellungen aus der Ferne und dann wieder nahe an den Figuren. Geld wird investiert und refinanziert, ein positives Denken hier, eine Konstellation wie Großvater - Vater - Sohn, wie drei Generationen, wie zufällig gehalten und improvisiert, dabei strikt im Vorgehen und exakt in der Führung; bald wird wieder Russisch Roulette gespielt. Vom Polizei- zum Gaunerfilm und zurück, niemals ein Genre gänzlich verlassend, immer auf die Ausgangsidee gehalten, die Prämisse, zwei Cops gegen Verbrecher, zwei Cops bei illegalen Taten, ein Raubzug im weltgrößten Souvenirladen. Ein bisschen etwas von Die Letzten beißen die Hunde hat das hier, das Cimino-Regiedebüt, nur ohne dessen Dramatik, mit weniger Ernsthaftigkeit, mit mehr Humor, auch ein Buddy Picture, nur dass man sich nicht erst kennenlernen muss, dass man schon befreundet ist, dass man auch "nutzloses Arschgesicht" auch entsprechend reagiert, keine Skrupel zeigt, trotz oder wegen und mit der Groteske hier.
Spielend auf zunehmend beengtem Raum, viel Handfertigkeit der Personen, viel Blicke zueinander, weniger Worte, ein Durchwandern der zunehmend zerstörten Wohnung, eine Baustelle aus Improvisation und Expertise, manch böserlei Scherze, aus dem Polizei- ein Gangsterfilm gemacht, ein Umdrehen der Werte. Trocken wird das behandelt, einzelne Handgriffe entscheidend, das Kleine im Großen, formvollendet in der Zeichnung, die Pupillen erweiternd, manchmal uneins in der Meinung. Ein Kammerspiel mit Hang und Drang zum bitteren Drama wird präsentiert, zwei Diebe und eine Geisel, die kaum interessiert, dazu ein Wachmann, "Rede mit mir! Was siehst du da?", man sieht so viel wie die Personen, "Gruselig." - "Was ist das hier?", eine Entdeckung (des "Herzens des amerikanischen Traumes") gemacht, die alles verändern kann und alles verändern wird, die Tür geht auf, die Türe schließt sich.