Review

Dämonentänze setzen sich fort, zuweilen auch als direkte Sequels. Justin Price schusterte bereits den nicht so überzeugenden "The Cloth" zusammen, welcher immerhin noch Eric Roberts und Danny Trejo in Nebenrollen vorweisen konnte. Seine Fortsetzung ist indes unter aller Kanone, denn die Hälfte der Zeit ist das Geschehen nur erahnbar.

Paul ist in schrecklicher Sorge um die Gesundheit seiner Frau Emily, was ein Arzt kurz darauf bestätigt. Mit den ungewöhnlichen Mitteln einiger Rituale versucht er, ihr Seelenheil zu wahren, doch das bleibt nicht ohne Folgen...

Autor und Regisseur Justin Price hat offenbar noch nichts von vernünftiger Ausleuchtung gehört und wohl auch nicht sein abgedrehtes Material überprüft, denn nahezu sämtliche Nachtszenen sind viel zu dunkel geraten. Folgerichtig sieht man minutenlang fast gar nichts, manchmal nur Schemen und mit etwas Glück aufgrund zweier Kerzen auch mal ein Gesicht.
Darüber hinaus liefert die Story keinen roten Faden und mutet über weite Teile bruchstückhaft an. Hier mal ein Priester beim Exorzismus, dann drei Tussen beim Hexenbord, mal eine Sekte mit Beschwörungsformeln und letztlich sehr viel unnützes Geschwafel um Vergebung, Glaube, Besessenheit und höhere Mächte.

Recht gelungen ist noch ein besessenes Mädchen, welches das Cover ziert. Diverse Verrenkungen und ein Räkeln auf dem Boden schwanken zwischen unmenschlichen Bewegungen und skurriler Erotik, zumal das Make-up auffallend gut gelungen ist und jene Szenen eben nicht gänzlich im Dunkeln stattfinden.

Alles andere entfaltet kaum bis gar keine Spannung und atmosphärisch wird nahezu alles zerredet, was Kulissen wie eine Kirche oder ein nächtliches Feld hergeben könnten.
Da posiert eine nach dem Duschen vorm ungleichen Spiegelbild, doch die Szene bleibt genauso unpointiert wie Probleme mit Pferden, welche lediglich angesprochen werden. Einige Rückblicke offenbaren dramaturgische, als auch inszenatorische Defizite, zumal die Kamera mehr als nur einmal unsicher arbeitet und der Score ohne Höhepunkte vor sich hin mäandert, wie auch das komplette Treiben keinerlei Schauwerte außerhalb der Besessenen bietet.

Darstellerisch bewegen sich die Leistungen nah am Laienniveau, selbst kurze emotionale Momente werden zumeist hölzern wiedergegeben, selbst die Hauptrollen performen nicht überzeugend. Die sprunghaft erzählte Geschichte wird indes unmotiviert heruntergeleiert und erfährt folgerichtig keinen Showdown, - der Streifen endet nahezu abrupt und mittendrin, als eigentlich noch etwas hätte folgen müssen.

Es gibt eine Reihe guter Exorzismusfilme und einen Haufen mit Sekten und teuflischen Ritualen, - beides vermag vorliegender Streifen nicht unter einen Hut zu bringen und präsentiert mehr Langeweile und Dunkelheit als ansprechenden Grusel.
Möge uns Price eine weitere Fortsetzung ersparen.
2,5 von 10

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