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Dank Stuart Gordon ist es nicht mehr all zu schwierig einen Film zu finden, der auf einer Erzählung von Lovecraft basiert. Hinzu kommen einige Filme, die eine Lovecraft’sche Atmosphäre oder Elemente enthalten. Will man es ganz auf die Spitze treiben, kann man einen großen Teil aller Horror und Sci-Fi auf Lovecraft zurück führen. Ich habe jedoch nicht einen einzigen Film gesehen, der es auch nur im Ansatz schafft, der Vorlage Lovecrafts gerecht zu werden. Und dazu gibt es eine einfache Erklärung: Lovecrafts Geschichten leben von Andeutungen eines unvorstellbaren Grauens. Filme leben von der Darstellung. Wie also das angedeutete Unvorstellbare darstellen? Daran schwächelt auch The Dunwich Horror. Abgesehen von den psychedelischen Farben und Tönen, hat man allerdings noch einigermaßen die Kurve bekommen, in dem man wenig oder gar nichts zeigt. Und lieber ein Cloverfield (nicht) sehen als ein Gummi-Godzilla-Kostüm…..obwohl ich damit wohl gegen die Mehrheit der Fans spreche. Die Story hangelt sich im Prinzip ganz gut an der Vorlage entlang. Natürlich mussten Personen und Handlungsstränge zugefügt werden, um überhaupt eine verfilmbare Geschichte zu haben. Aber es gibt auch unzählige Verfilmungen von Dracula, die sich viel weniger an die Romanvorlage halten und trotzdem gut sind. Sandra Dee ist eine Augenweide und hätte ruhig noch mehr Haut zeigen können. Alle anderen Darsteller sind (abgesehen von Misses Balboa) sehr mittelmäßig. Die gezeigten Rituale sind lächerlich. Wer nimmt denn schon Tarot-Karten mit zu einer Beerdigung? Aber…jetzt kommt’s… was mich wirklich geärgert hat, ist die deutsche Synchro. Nicht, dass sie häufig nicht zur Lippenbewegung passt… Man hat typische Lovecraftsche Begriffe bei der Übersetzung gegen allgemeine Begriffe ausgetauscht. Die „Großen Alten“, die bei Lovecraft für das Grauen in Reinkultur stehen, wurden durch „Geister aus der Hölle“ ersetzt. Die formlose außerirdische Rasse wurde durch „andere menschliche Rasse“ ausgetauscht, was natürlich völlig Sinn befreit ist. Letztendlich wurden alle Begriffe entfernt, die für Lovecraft typisch sind. Eine einzige Ausnahme ist : “Yog-Sothoth“Fazit: Hätte man bessere Schauspieler, deutlich größere Kulissen, durchdachte Requisiten und andere Effekte benutzt, wäre das Filmchen besser als viele aktuellen Horrorfilmchen, die außer Effekthascherei und halbnackte Schauspielerinnen nicht mehr bieten können. Macht man also Abstriche und lässt sich auf das schlechte Schauspiel ein, hat man als Lovecraft-Fan schon etwas Unterhaltung plus die hübsche Sandra Dee. Alle anderen sollten lieber darauf warten, dass Guillermo del Toro sich an „Mountains of Madness“ gibt.

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