Review

Slow-Mo-Apokalypse im belgischen Nebel 

Manchmal zieht einen ein Film magisch an. Man weiß nicht warum, man weiß nicht wie man auf so einen winzigen Film kommt oder ob es sich überhaupt lohnt ihn im Kino zu sehen. Man weiß nur, dass man ihn sich nicht entgehen lassen sollte. Genau diese Kraft hatte "Das Ende ist erst der Anfang" auf mich... Naja, mein sechster Filmsinn ist wohl auch nicht mehr das, was er mal war. Denn "Les Premiers, Les Derniers" war nicht der belgische Geheimtipp, den ich mir versprochen hatte. Ein solider Film, doch sehr zäh, unspektakulär und es passiert trotz etlicher Charakter einfach kaum etwas. Wer das mit Tarantino vergleicht, tut beiden Seiten keinen Gefallen. "The First, The Last" wirkt nach und manch ein schrulliger Charakter oder ein malerisches Bild bleibt in Gedächtnis, Unterhaltung wird hier jedoch hinter Atmosphäre und Optik angestellt.

Erzählt wird die Geschichte zweier Alt-Rocker (?) oder zumindest Auftragsarbeiter, die das Handy ihres Auftraggebers wiederholen sollen. Um jeden Preis. Und auf der Reise durch das neblig-wunderschöne Belgien, treffen die beiden auf ein süß-unterbelichtetes Paar, Gangster mit Shotguns und einem Typen mit einem Loch in der Hand namens Jesus... OK, wenn man es so ließt, klingt es schon etwas nach Tarantino. Wenn dann, aber eine stark entschleunigte, meditative Version, ohne sichtbare Gewaltausbrüche und stärker in der Realität verhaftet. Ein belgisches Kleinod, das Vieles andeutet oder im Off geschehen lässt, jedoch vor allem Leerlauf und schicke Bilder nebliger Landschaften liefert. Geduld und einen optisch geprägten Filmgeschmack sollte man definitiv mitbringen. Da wäre meiner Meinung nach viel mehr drin gewesen.

Fazit: ereignislos geht die Welt in Belgien zu Grunde? Hübsch isser, langweilig leider ebenso. Schrullige Charaktere und klasse Technik helfen kaum über inhaltliche Belanglosigkeit. Kein belgischer Tarantino, keine wirkliche Empfehlung.

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