Review

Seit geraumer Zeit gab es kaum mehr neue Impulse im Bereich der Geister im neu bezogenen Heim. Autor Jeff Lam und Regisseur Frank Lin betreten ebenfalls bekannte Pfade, doch die Verpackung unterscheidet sich letztlich positiv gegenüber ähnlich gelagerten Genrevertretern.

Das Paar Heather und Samantha zieht mit ihren beiden Töchtern in ein neues Haus, in welchem vor ihnen ein merkwürdiger Mann wohnte, wie der Nachbar und Lehrer Lev zu berichten weiß. Tatsächlich nimmt das ältere Mädchen Carrie merkwürdige Geräusche wahr, während sich die zehnjährige Tia immer häufiger zurückzieht. Als Carrie und ihr Freund Aaron versuchen, den Spuk mit einem Ritual aus dem Internet zu beenden, eskaliert die Situation...

Innovativ ist immerhin die Zusammensetzung der Patchworkfamilie: Genaueres erfährt man zwar nicht, doch die jeweiligen Töchter müssen aus ehemaligen Partnerschaften stammen, wobei Heather deutlich älter als Samantha ist, wogegen Sam und Carrie annähernd gleichaltrig sein müssen. Im ersten Drittel stehen primär die Querelen zwischen den ungleichen Töchtern im Vordergrund, welche erst einmal halbwegs zueinander finden müssen.
Spukeinlagen werden derweil nur angedeutet, in Form unerklärlicher Geräusche, einer unerwarteten Erscheinung und einem eigentlich bereits entfernten Foto an der Wand.

Lin lässt sich Zeit und bleibt stets nah bei seinen Protagonisten, umso effektiver lässt er diverse unheimliche Vorkommnisse einfließen. Sind es zunächst nur Geräusche oder geisterhafte Bewegungen, steigern sich die paranormalen Einlagen, bis jemand ins Haus gezogen und Inventar in brüchiger Form durch die Gegend geschleudert wird.
Die Effekte sehen durch die Bank gut aus, obgleich gegen Ende ein, zwei Szenen per CGI weniger filigran erscheinen.

Zumindest kann sich die Inszenierung für eine TV-Produktion sehen lassen, der angenehm zurückhaltende Score überlässt den Soundeffekten den Vortritt, während die Kamera mindestens passabel arbeitet. Darstellerisch ist mit Heather Langenkamp ein alter Hase an Bord, wobei Kerry Knuppe als Carrie am besten performt und recht viel aus ihrer Figur herausholt.

Auf dem Höhepunkt des Spuks wird der Zuschauer sogar auf eine falsche Fährte gelockt, denn tatsächlich folgt noch ein Twist. In seiner Form nicht unbedingt neu, an der Stelle jedoch kaum zu erwarten und mithilfe einiger kurzer Flashbacks größtenteils schlüssig ausgefallen.
Leider werden die letzten Minuten etwas überhastet, - etwas mehr Zeit für die Entfaltung der Wendung hätte es durchaus geben können.

Dennoch bleibt ein solider Genrestreifen mit einigen Dramenanteilen, annehmbaren Performances, ordentlicher Inszenierung und zeitlich gut verteilten Gruseleinlagen.
Ein paar Hintergründe zum Vorbesitzer hätten zwar nicht geschadet und auch gewisse Umstände zu einzelnen Figuren hätten weitergeholfen, doch die Mischung unterhält für die angenehm kurze Laufzeit von 87 Minuten recht ordentlich.
Knapp
7 von 10

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