Zombies wanna rock - Zombies wanna party!
In einer amerikanischen Kleinstadt erwecken 5 Jugendliche, inspiriert durch ein Schulreferat, die Urahnin Lucinda, die in den Geschichtsbüchern der Stadt als 300 Jahre alte Vampirhexe eingetragen sein soll. Doch der naive Halloweenscherz auf dem Friedhof wird für die Gruppe zum Verhängnis, denn Lucinda und eine ganze Armee von bösen wie auch partytauglichen Zombies überrennt das kleine Dörfchen. Darunter auch die hübsche Cheerleaderin Sandy, die zwar nicht modrig ist, aber irgendwie aus einer anderen Zeit kommt. Dämonen, Zombies und Vampire überrennen die Stadt und insbesondere die Halloweenparty im verlassenen Haus eignet sich hervorragend um die Brut zu beschleunigen. Clark und Sandy versuchen den Fluch zu stoppen. Werden sie Lucinda stoppen können?
Die Inhaltsangabe hört sich so in keinster Weise an, als würde sich hinter diesem Mid 80ties Zombieschinken ernsthafter Horror verstecken, schliesslich erwartet man sowas, wenn die abermals reisserische X-Rated DVD mit einer Mischung aus NOTLD und American Werewolf in London prahlt. Doch ohnehin erwartet man von einem Zombiefilm dieser Zeit nicht viel, schon allemal nicht, wenn er aus den Staaten kommt und in einer solch schundig überrissenen Aufmachung auf dem Label X-Rated erscheint. Das einzige was man, oder in meinem Falle ich erwartete, war ein gnadenlos schlechter Zombiereisser mit schmoddrigen Effekten und einem Drehbuch aus der Hölle wie Vertreter wie Zombie Nosh, The Video Dead oder Friedhof der Zombies.
Der billige Charme einstiger vergleichbarer Filme ist zwar ebenfalls vorhanden, denn auch hier gibt es explodierende Gräber, bunte Gruften und extrem übernebelte Friedhofslocations im Neonlicht. Doch Return of the living zombies, im Original übrigens The Midnight Hour getauft, brilliert mit einem recht unterhaltsamen Cocktail aus typischem Amizombiefilm, Amiteenieschmonzettenkomödie mit reichlich kitschigen Klischees und der gewisse Würze an humoristisch bis parodiestischen Einlagen.
Wer also aufgund des reisserischen Artworks der DVD einen ernsthaft bösen Zombiereisser mit Gedärm und Gekröse erwartet, sollte gewarnt sein, indes ist der Film hier letztendlich vollkommen blutleer. Vollkommen zwar nicht, aber splattrig wirds hier gewiss nie. Schade eigentlich, denn zwischen Szenen mit Lilliputzombies die Popcorn fressen und dauergeilen Zombies die Teenagerlike auf der Halloweenparty rumtanzen und rummachen, hätten ein paar blutige Effekte nicht geschadet.
Stattdessen verwöhnt das Drehbuch den Zuschauer mit gewiss vereinzelt, aber auch klischeebehafteten Einfällen und ohnehin sind die Darsteller astrein typische Figuren aus einem x - beliebigen Amistreifen mit Teenies. Hier der sportliche Macker, da der verständliche Zuhörer ohne Erfolg bei Mädchen, da die schnattrigen Tanten, einerseits die farbige Mellisa und Urenkelin der Lucina und ihrer Quotenschwärzrigem Freund.
Tiefgang bei den Charakteren sollte man nicht erwarten, zumindest mag es egal sein, wer von den dargestellten Schablonen das Zeitliche segnet oder nicht. Wer aber dies nicht tut, sondern obendrein in seiner anfänglich personentypischen Bad Luck Lage auf dem Fest in den utopisch schönen Teeniedream reinrutscht, sollte klar sein, sofern man sich gewisse Charakteristik durchgelesen hat. Und dabei muss dann eben auch Zeit für ein bisschen Romantik und verträumte Liebe sein, ist ja klar.
Die wunderschöne Sandy aus dem Jenseits, nicht modrig, warum auch immer, es wird nicht erklärt, öffnet dem schüchternen Spiesserboy die Augen, da darf man Teeniekomödienmäßig zum Point Lookout fahren und im Dunkeln knutschen oder zu Rock n' Roll die Strasse zusammen rocken. Der Antiheld des Filmes ist somit klar, aber warum denn immer und in jedem Horrorfilm das Auto bei gewissen Szenen nicht anspringt, das weiss wohl nur das ungeschriebene Gesetz klischeebehafteter Spannunsaufbaumechaniken.
Also ein reichlich zwiespältiger, aber auch liebevoller Film, der manchmal zu halbherzig und unvollständig wirkt, aber dennoch cool ist.
Cool auch die diversen Anspielungen, wie der gewisse Thrillertanz (Micheal Jackson) auf der Halloweenparty und die Ausmachung der generellen untoten Gestaltung. Die Masken erinnern da stellenweise schon arg an Werewolf in..., Return of the living dead, Troll, Dämonen oder schlecht geschminkte Dawnis. Natürlich und wie eben schon erwähnt werden die Untoten (nicht nur Zombies, vordergründig sinds sogar Vampirzombies) in 2 Klassen unterteilt. Liebe, die in ihrer Auferstehung bloss das erleben wollen, was sie in ihrem lebendigen Dasein nie konnten, und jene, die einfach bloss morden wollen. Ohnehin ist der Film optisch und technisch billig, auch wenn er mit seiner charmanten Art sicherlich ungemein besticht. Atmosphärisch, gar gruselig wirds dann zum Glück auch manchmal, aber eben in der Dosis, dass es dieser wirklich humorvollen Teenieuntotenkomödie nicht die Suppe verdirbt.
Fazit:
Billig wirkender Zombiereisser mit typischen Stilmitteln jener Zeit, der aber mit einem Drehbuch punkten kann, dass Humor, Grusel, Parodie und Teenieschnulze perfekt vereinen kann. Blutig wirds leider nie, daher ist diese amüsante 80ties Unterhaltung eher ein Fall für besonders liebevolle Filmfans mit dem Hang zu gruseligen Parodien und teeniehaften Amikomödien mit Billigflair und Schundeffekten. Ein wahrlicher Exot, der nur noch von ROTLD übertroffen wird.
64%