Mit "Jailhouse 41" liegt der zweite Teil der japanischen-Sasori-Reihe vor, welcher von nicht wenigen Zuschauern wie Kritikern als der beste Teil der Serie angesehen wird. Bei dem Werk handelt es sich um einen Mix aus Women-In-Prison, Road Movie, Exploitation und Experimentalfilm. Die Hauptrolle spielt abermals die wundervolle Meiko Kaji ("Lady Snowblood").
In der Tat ist "Jaihouse 41" ein Streifen, auf den man sich einlassen muss. Mitunter nicht leicht anzuschauen und bislang ohne einen rechten Handlungsfaden gilt der Film als eines der verkannten Meisterwerke der 70er-Jahre...
Sasori erwacht in ihrer Gefängniszelle und muss im Knast zuerst einmal allerhand Schikanen über sich ergehen lassen. Mit einer Gruppe weiblicher Insassen gelingt ihr die Flucht, die zuerst zu einem Orakel führt, später in einer dramatischen Geiselnahme im Bus endet...
"Jailhouse 41" ist wohl eines der wenigen pro-feministischen Exploitationwerke überhaupt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Genrevertretern gibt es hier eine regelrechte 180-Grad-Kehrtwende: Die Mädels sind tough und heizen den Kerlen ein, die zumeist als primitiv, schwanzgesteuert und gewalttätig erscheinen. Doch auch in der Flüchtlingsgruppe kommt es zu Konflikten, was für daueranhaltende Spannung bzw. Dramaturgie sorgt.
Regisseur Shunya Ito hetzt seine Protagonistinnen durch ein Gros an unterschiedlichen Landschaften, Zeiten und Welten, die teils apokalyptisch, teils romantisch, teils surreal-psychedelisch rüberkommen. Er bedient sich diverser Farbkompositionen, um eine stimmungsvolle Atmosphäre zu erzeugen. Nicht selten scheinen Realität und Fiktion in einander zu verschwimmen. "Jailhouse 41" hat nur bedingt gewalttätige Szenen. Statt dessen setzt der Streifen auf die Kraft seiner Bilder bzw. der dazugehörigen Symbolsprache, die höchst beeindruckend ist.
Fazit: Japanische Kino zwischen Kunst und Exploitation, bei der die starken Bilder überwiegen. Cineastischer Trip, der für Freunde des Arthaus-Bereiches genauso empfehlenswert ist wie für die Fans des unterschlagenen Films. Hochgradig sehenswert und daher 9 von 10 Punkten wert.