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Ich mag die Filme von Charles Band, war auch nicht minder überrascht das er auch bei “Troll” seine Finger im Spiel hat. Der Film ist eben typisch für ihn: ziemlich abgedreht - nicht wirklich gut, aber auch nicht so schlecht wie man ob der Geschichte denken mag. Eben routinierte Unterhaltung für Freunde von schrägem Stoff. F/X-Mann John Carl Buechler - hier auch für die Effekte zuständig - führt Regie, wie so gut wie bei all seinen Filmen sind F/X und Regie annehmbar, aber nicht sonderlich spektakulär. Denn - äh - was erwartet man von einem Film in dem es um einen rachsüchtigen Troll geht der die Bewohner eines Mietshauses in Fabelwesen verwandelt um seine eigene Fabelwelt in der Moderne zu erschaffen? Nicht viel! Klar, es wird einem auch so gut wie nichts geboten: leicht überspitzte Darsteller, die aber sichtlich Spaß am Spiel hatten, insbesondere das vom Troll besessene Mädchen zeugt bisweilen von sympathischer Überdrehtheit. Die restlichen Darsteller sind ebenfalls okay, lediglich noch positiv zu erwähnen ist einer meiner Lieblingsdarsteller - Phil Fondacaro (der kleinwüchsige Darsteller aus “Bordello of Blood”) - hier in einer Doppelrolle, unter anderem als der Troll. Dessen Make-Up regt eher zum schmunzeln denn zum gruseln an, Horror-Atmosphäre wie bisweilen beim “Leprechaun” kommt nie auf. Denn Horror gibt es hier nicht, die Freigabe ab 18 Jahren ist meiner Meinung nach absolut ungerechtfertigt. Einzig allein eine Szene in der sich ein Mann verwandelt etwas “heftiger”, aber mehr als ein sich wölbendes / aufgequollenes Gesicht gibt es nicht zu sehen. Was für ein Schwachsinn diese Freigabe! Keine Gewalt im eigentlichen Sinne, Morde gibt es keine; die F/X beschränken sich neben Verwandlungen meist auf Handpuppen-Trolle oder typische 80er-Jahre Laserstrahlen aus den Zauberstäben. Die Puppen sehen ganz gut gemacht aus, doch - die überzeugen. Den Trash-Aspekt zieht der Film also mehr aus seiner Story denn Effekten. Ziemlich hanebüchen das ganze, Spannung oder Atmosphäre kommen zu keinem Zeitpunkt auf, eher lächelt man über manches Over-Acting der skurillen Figuren welche aber keine wirkliche Zeichnung erfahren. Somit wird keine Zielgruppe wirklich bedient, der Film ist zu gut um als Trash-Film durchzugehen, aber zu schlecht um wirklich zu überzeugen. Ich habe mich als Freund von Charles Band Filmen jedoch unterhalten gefühlt. Ach ja: ein kleiner Gag am Rande, sicher unbeabsichtigt und erst in den letzten Jahren als Gag zu deklarieren - der Vater des Hauptdarstellers trägt den Namen Harry Potter und ist Buch-Kritiker…

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