Review

Trolls: World Kur


Ich weiß noch genau, wie ich damals als kleiner Stenz sogar schon vorm reinen Anblick der aufgenommenen Videokassette (!) mit den beiden „Troll“-Teilen Angst hatte, nachdem ich sie eher schlecht als recht einmal habe durchlaufen lassen. Mit vielen Händen und Kissen vor den Augen. Wahnsinn, vor was man als Kind höllisch Angst hat. Dabei ist „Troll“ alles andere als ein echter Horrorfilm und sein Sequel sogar einer der unfreiwillig komischsten, trashigsten Filme überhaupt. Aus heutiger Sicht unfassbar, wie man das übersehen kann. Aber ich würde eben massiv lügen, wenn ich behaupten würde, diese „Qualitäten“ schon damals erkannt zu haben. Vor 25 Jahren hatte ich beim Anblick und bei den Geräuschen dieser schleimigen Trolle eine Heidenangst, weswegen beide Teile wohl auch auf ewig einen Platz in der breiten Horrorschublade meines Herzens haben werden - selbst wenn sie als Erwachsener eher Schmunzeln und sogar lautes Lachen als Angst und Terror verbreiten... 

In „Troll“ nimmt ein alter, gemeiner, rachsüchtiger Troll die Gestalt eines kleinen Mädchens an, das gerade mit ihrer Familie in einen neuen Appartmentkomplex zieht. Und dort sorgt das gut getarnte Fabelwesen ziemlich schnell für etliche Wohnungen voller grünem Gewächs und nichtsahnenden Figuren, die sich plötzlich in kleine Monster verwandeln... Wie das kleine Mädel überdreht, fies und gierig den Troll spielt, bekommt ein Lob. Zudem gibt es als Helden „Atreyu“, die handgemachten Trolle und Kostüme haben Charme und ohne Frage wollte man hier in die „Demons“/„Ghoulies“/„Gremlins“-Richtung - bekommt den Horroraspekt aber nie richtig festgenagelt. Alles wirkt eher bizarr und schon verstörend - nur eben eher, weil es so konfus und neben der Spur ist, nicht wirklich, weil es so gedacht war. Meine ich zumindest. Ob sich Frau Rowling hier beim Namen für ihren weltberühmten Zauberlehrling inspirieren ließ, lasse ich mal dahingestellt. „Troll“ ist ein weirder Film in den matschigen Schützengraben zwischen den Genres. Und das macht ihn trotz aller Irrungen und Wirrungen sympathisch genug. Nur echt mit großartig-absurder Songeinlage der Trolle. Tzz, Sachen gibt’s. Aber der namhafte und von dieser Geschichte komplett losgelöste Teil 2 sollte noch einige Schippen in allen Bereichen drauflegen... 

Fazit: drollig & trollig - „Troll“ ist ein naiver kleiner Monster“horror“film, der arg oft in zotige, absurde Blödeleien abdriftet und nie genau weiß, was er eigentlich sein will. Am ehesten ein Familienfantasykäse und Kindergrusler. Als Sechsjähriger hatte ich dennoch allergrößte Angst vor ihm. Und irgendwie hat er für mich noch immer nostalgischen, süßen, kuriosen Creature Feature-Wert. Selbst wenn er zurecht deutlich im Schatten der legendär-miesen, noch unendlich trashigeren Fortsetzung steht. 

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