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Mit dem Fortschritt moderner Überwachungstechnik wird es stets preiswerter, Home Invasion in schlichte Bilder zu verpacken. "Paranormal Activity" verdankte den Überwachungskameras einige Gänsehautmomente und auch beim vorliegenden Streifen von Regisseur Adam Mason werden die Ereignisse ausschließlich aus Sicht des Eindringlings geschildert. Dieser unternimmt jedoch zu wenig, um auf Dauer genügend Spannung zu erzeugen.

Die Familie Miller, Aaron (Jeremy Sisto), Beth (Kate Ashfield) und ihre beiden Kinder (Ryan und Ty Simpkins) kehren aus dem Urlaub zurück und bemerken sogleich den Einbruch in ihr Haus. Nach Beseitigung des Chaos wähnen sich die vier einigermaßen sicher, doch sie ahnen nicht, dass der Einbrecher längst auf dem Dachboden weilt und sämtliche Ereignisse per Überwachungskameras wahrnimmt...

Der kurze und halbwegs brachiale Einstieg lässt einen unbarmherzigen und unberechenbaren Killer vermuten, doch der junge Mann, welcher stets mit Strumpfband und Einweghandschuhen herumläuft, unternimmt erschreckend wenig, um die Familie aus der Fassung zu bringen. Die meiste Zeit beobachtet er, begehrt offenbar Beth und redet Söhnchen Max im Schlaf etwas ein, doch richtig aktiv ist der Titelgebende nicht.

Somit wohnt man lange Zeit einer alltäglichen, nicht unsympathischen Familie bei, mit den Problemen heranwachsender Kinder, dem kurzen Besuch eines befreundeten Paares und einen kurzen Ausflug mit Tochter und Boyfriend, was jedoch nicht allzu viel Abwechslung beschert.
Hier mal ein Schluck aus der Orangensaftflasche, dort ein Blättern durch Familienalben, Spannen beim Duschen und flüchtiges Vorbeischauen im Schlafzimmer bleiben bis zum Showdown nahezu alles, was der Eindringling unternimmt.

Allerdings, - wie blind und taub muss man sein, um nicht wenigstens eine der mit Sicherheit nicht unsichtbaren Überwachungskameras zu entdecken. Macht da niemand sauber? Stechen schwarze Punkte nicht irgendwann ins Auge? Und wie tarnt man eine Kamera in der oberen Zimmerecke, wenn da nicht gerade ein Windspiel hängt? Auch kleinere Veränderungen innerhalb der Wohnung werden grundlegend auf die Kids geschoben, was sich fast bis zum Showdown durchzieht, als Hangman das Ehepaar gegeneinander auszuspielen versucht, bevor er endlich zur direkten Konfrontation übergeht.

Jene nimmt allenfalls drei Minuten gegen Finale ein und fällt erschreckend ernüchternd aus, nachdem die Passivität des Vermummten auf Dauer recht eindimensional daherkommt.
Um noch etwas zu reißen hätte es mehr Dramatik bedurft, doch der Showdown untermauert deutlich die Ideenlosigkeit des Drehbuchs. Die letzten Minuten wirken vergleichsweise unspektakulär und werden wahrlich unterkühlt abgehandelt.

Den Mimen ist bei alledem nichts vorzuwerfen, sie verkaufen ihre jeweilige Figur sehr authentisch. Durch das Ausbleiben eines Scores wird zwangsläufig auf die Betonung der natürlichen Geräuschkulisse gesetzt, was insgesamt viel zu wenig hergibt. Bis auf ein unerklärliches Knacken von oberhalb ist nicht viel auszumachen und auch die Ruhe vor dem Sturm suggeriert mehr, als sich letztlich abspielt.

Ein Thriller mit nicht ausgeschöpftem Potential ist das Ergebnis, was unterm Strich keine Sichtung notwendig macht. Die Beobachtungsperspektiven schüren nur ansatzweise Spannung, die Aktionen des Eindringlings erscheinen zu harmlos, wogegen der abrupt endende Showdown nichts mehr auszurichten vermag.
Ein überaus harmloser Beitrag in Sachen Home Invasion.
4,5 von 10

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