Ich hatte mal eine Ausladung zum Eiertanz. Sehr unschön von der Dame. Na ja, da hab ich die Flasche Sekt halt alleine kalt gemacht. Was aber Gott sei Dank schon lange her ist.
Kommen wir mal auf Vincenzo dell’ Aquilas TOTENTANZ zu sprechen, denn der ist von einem Eiertanz weit entfernt. Genau genommen lässt sich dell’ Aquillas Werk, selbst bei mühevoller und kritischer Sorgfalt, nicht in eine der Kategorien Lachen oder Weinen einordnen. Zumindest passt aber zeitweilig die Kategorie unterhaltsam und das betrifft vor allem das Aussehen des vorliegenden Werkes. Auch wenn die Aventin-Studios (Almeria) durch die (räumlich) begrenzte Fotografie von Kameramann Fanetti wirken, als gäbe es hier nur eine Straßenseite. Zu Gute halten muss man Regisseur dell’ Aquila, dass sein Film noch in der Frühphase des Italo-Westerns entstand. Denn obwohl dem ganzen schon der typisch staubig dreckige Italo-Western-Look anhaftet, wird das ganze mit absurd unnötigen Schauspielerleinlagen verziert. Eine Kutschfahrt der schönen Muligan-Tochter, deren beiden Bewacher einem absurden Lachkrampf über ein Äffchen zum Opfer fallen, bildet hierbei noch die Ausnahme.
Hauptfigur Jean Sobiesky hat wohl die meiste Zeit in der Schauspielschule gefehlt. Seine Darstellungskunst ist die polnische Antwort auf nie gestellte Fragen. Und auch Mimo Palmara war nie ein Method-Actor. Die Darbietungen des ehemaligen Stuntmans sind wie immer rustikaler Natur. Nur Anthony Ghidra zeigt seinen Kollegen, dass ein billiger Film nicht billig aussehen muss. Sein versoffener Sheriff nimmt uns wirklich mit und ist zu jedem Zeitpunkt glaubwürdig. Nun denn, ein immer noch empfehlungswürdiger Film, den man schauen kann wie einen Derrick…sergio garrone