Auch eine kleine Koalition kann mal völlig baden gehen, wenn das Debüt zweier Drehbuchautoren augenscheinlich nicht sonderlich abgesprochen oder aufeinander abgestimmt scheint. Da ist der erste für Moral, Umwelt und Familienzusammenführung zuständig, der zweite für Spannung und Action. Klingt erstmal brauchbar, doch es fehlt irgendwie der Dritte, der mit Haien und Glaubwürdigkeit umgehen kann.
Clint (Dolph Lundgren) wird festgenommen, weil er beim illegalen Handel von Tieren mitmischte. Seine kleine Tochter Carly (Lily Brooks O'Briant) kommt derweil bei der ortsansässigen Gesetzeshüterin Meredith (Sara Malakul Lane) unter. Fünf Jahre später ist Clint ein freier Mann, aber im angrenzenden See tummelt sich mindestens ein Hai…
Und weil der mittlerweile alte Schwede immer noch einen beeindruckend durchtrainierten Hünenkörper mit sich herumführt, muss es natürlich auch ein Bullenhai sein. Bis allerdings ein Vieh auftaucht, wird lange Zeit Familienproblematik gewälzt. Ergo hat Meredith Probleme mit allem, weil Dad (natürlich auch Cop) Bärenjagd durch Rednecks, als auch einen schmierigen Reality-TV-Hunter unterstützt. Carly will zu Clint, mag aber nicht schwimmen und fährt mittels Hai-GPS einfach mal per Rad los. Und ein einfühlsamer Forellenexperte, der irgendwann nur noch mit der Umweltbewusstsein-macht-unwiderstehlich Attitüde herumläuft, macht trotz Nerdbrille auch nicht viel her.
Zwar kann man Langfilmdebütant Jerry Dugan ein passables Gespür fürs Wesentliche attestieren, doch oftmals wünschte man sich, die recht schicken Unterwasseraufnahmen hätten einem ein paar dumme Dialoge weniger geliefert. Denn unter Wasser wird doch erstaunlich gelungen mit Schatten an der Wasseroberfläche und optischen Täuschungen gespielt und auch bei einem kurzen Fight mit Dolph ist die Kamera nicht ganz daneben.
Dies ist eher bei den miserablen CGI vorzufinden, denn obgleich ein Hai kaum sichtbar wird, fehlt jemandem beim Paragliding plötzlich der Unterschenkel, während ein paar rote Pixel sprühen. Es gibt noch einen Arm auf Eis, doch mit Splatter ist es ansonsten nicht weit her, da die meist Ableben im Off stattfinden oder der See unnatürlich rot sprudelt. Selbst beim Finalkampf, als der gute Dolph doch noch ins Wasser muss, um „See und Straße sauber zu halten“.
Obgleich die oberflächliche Gefühlsduselei, unterstützt von einem latent pathetisch anmutenden Score mit der Dramaturgie Marke Humbug einhergeht, retten die drei wesentlichen Mimen noch einiges, halbwegs wache Zuschauer und Bullenhaie haben bei diesem Trash-Actioner eher das Nachsehen.
4 von 10