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Die junge Meredith Hernandez (Sara Malakul Lane) ist Polizistin und im malerischen Lake County mit seinem riesigen Binnensee zusammen mit dem älteren Sheriff Lewis (Lance E. Nichols ) für die Sicherheit zuständig. Ärger macht in der bei Touristen beliebten Gegend eigentlich nur Clint Gray (Dolph Lundgren), der mit gefährlichen Tieren handelt - als ihn Meredith und Lewis eines Nachts mit solch einer Ladung stellen wollen, endet die Verfolgungsjagd im See. Während aber Gray für 5 Jahre in den Bau wandert, entkommt seine Ladung im Wasser und gedeiht seither unbemerkt. Just als der Tierhändler wieder frei kommt (seine mittlerweile 8jährige Tochter wuchs die letzten Jahre bei Meredith und deren Mutter auf) geschehen merkwürdige Unfälle mit tödlichen Folgen, die zunächst einem Braunbären in die Schuhe geschoben werden. Tatsächlich aber lauert die Gefahr im See, häufig an dessen flachen Ufern...

Mit dem bezeichnend-nüchternen Titel Shark Lake liegt ein weiterer gering budgetierter Tierhorrorstreifen vor, der nach dem bekannten Muster "unbemerkte Bestie tötet unerwartet" diesmal den schwedischen Karate-Meister Dolph Lundgren (Universal Soldier, Rocky IV) auf dem Cover featured. Leider vermag auch dieser Film - wie so viele andere seiner Art - weder hinsichtlich Spannung noch Horroreffekten in irgendeiner Weise zu überzeugen. Lundgrens markantes Gesicht nämlich wird hier für die schaumgebremste Rolle eines reuigen Ex-Knackis, der seine Tochter wiedersehen will und von seinen früheren Auftraggebern unter Druck gesetzt wird, verheizt. Überdies hat er eine sehr beschränkte Screentime (er ist hauptsächlich in der Anfangs- und in der längeren Schlußszene aktiv), sodaß sein Clint Gray bestenfalls als Nebenrolle zu bezeichnen ist. Den Haupt-Part spielt die übereifrige Polizistin, die mit ihrer bemutternden Art schnell die Nerven des Zuschauers strapaziert und überdies am Helfersyndrom zu leiden scheint, was vielleicht eine Erklärung dafür ist, daß sie trotz ansprechender Optik immer noch alleinstehend bei ihrer Mama wohnt. All dies wäre zu verschmerzen, wenn Shark Lake wenigstens so etwas wie Spannung aufbauen würde, nur leider sind die wenigen blutigen Momente absolut vorhersehbar und der Film an sich eigentlich mehr ein Gefühlsdrama um ein kleines Mädchen, einen gestrauchelten Vater und eine (über-)engagierte Ersatz-Mama denn ein Horrorstreifen.

Was die Tricksequenzen mit den Haien betrifft, so sind diese leider ziemlich schwach umgesetzt: die Raubfische sind entweder weit entfernt oder sie kommen blitzschnell von hinten, in jedem Fall wirken sie beim Zubeißen wie ein billiger Aufguß von Jaws. Von dem im Film immerhin angesprochenen Widerspruch von Salzwasserfischen in einem Süßwasser-Binnensee (der mit der Anpassungsfähigkeit bestimmter Haiarten erklärt wird, z.B. Hammerhaien) bleibt dann auch nicht wirklich viel übrig, denn die Computer-Haie sehen aus der Distanz wie Thunfische, aus der näheren Perspektive wie weiße Haie aus. Um spektakuläre (sprich teure) Aufnahmen zu vermeiden, sieht man oftmals einfach nur die unheilbringende Rückenflosse durchs Wasser pflügen, oder aber es blubbert mal (computer-)rot im See. Daß solch große Fische sicher nicht bevorzugt im verhältnismäßig flachen (maximal 1,50 Meter tiefen, wie in einigen Unterwasser-Perspektiven zu erkennen) und erstaunlich hellen Seewasser (dessen Grund verdächtig an eine Lagune erinnert) auf Beute lauern, kommt obendrein hinzu.

In einem Subplot wird die allgemeine Mediengeilheit persifliert, zunächst in Form sämtlicher Glücksritter aus den angrenzenden Bundesstaaten, die eine Waffe tragen können, als es sich noch vorgeblich um einen zu jagenden Bären handelt, später dann, als die Haiangriffe manifest werden, ist es ein sehr von sich überzeugter Reporter, der dem/den Haien das Handwerk legen will und vor laufender Kamera mit einem Mädel flirtet und ihr dummdreiste Sätze in den Mund legt. Sonnenklar, daß dieser Schwätzer recht bald vom Hai gefressen wird. Diese (übrigens im ganzen Film einzige) halbwegs brauchbare Idee wird jedoch von zahlreichen Sinnlosigkeiten (wie Zwischenblenden auf feiernde Jugendliche oder Fallschirm-Badegästen, denen beim Berühren der Wasseroberfläche das Bein abgebissen wird) schnell wieder zunichte gemacht. Am blödesten wohl die Szene mit Merediths Mutter, die ihren Hund einfangen will (dem ein Stöckchen ins Wasser geworfen wurde) und dafür vollbekleidet in den See hüpft, worauf sich oben erwähnte Rückenflosse nähert, die Pensionistin daraufhin rekordverdächtig schnell wieder zum Ufer schwimmt und mit trockenener Kleidung den Fluten entsteigt - wtf?
Nein, so einen Mist braucht niemand. 2,4 Punkte.

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