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iHaveCNit: Shin Godzilla (Deutscher Verkaufsstart: 4.8.2017)

Im Heimkino ein Spontankauf mit Berechtigung, filmisch ein guter Beitrag zur Filmreihe um das wohl bekannteste japanische Filmmonster überhaupt. „Shin Godzilla“, der hierzulande nur einen sehr kleinen Kinorelease bekommen hat, ist seit über einem Monat im Handel. Ich habe ihn mir gestern Abend angesehen und komme zum Entschluss, dass die Japaner ihr Monster besser verstehen als es in den jüngsten Filmen von Gareth Edwards und Roland Emmerich der Fall war.

Eine radioaktiv verseuchte Echse entspringt der Bucht von Tokyo, entwickelt sich unaufhaltsam weiter und legt ganze Straßenzüge in Schutt und Asche. Das veranlasst die Politik, die Wissenschaft, das Militär und die gesamte Bevölkerung Tokios dazu, mit vereinten Kräften den nahezu hoffnungslosen Kampf gegen das Monster aufzunehmen.

Hideako Anno präsentiert uns hier klassisch japanisches Monster-Katastrophen-Kino und definitiv mehr Godzilla zu bieten hat, als bei Gareth Edwards und Roland Emmerich. Die Zerstörungsorgien sind schön mit tollen Aufnahmen Tokyos und musikalisch dramatischem Klangteppich unterlegt und besitzen wie auch die Gegenschläge der Bevölkerung enorme Schauwerte und hinterlassen ein tolles Gefühl für Godzilla-Fans. Die damit verbundene Dramatik und Spannung verleiht dem Film einen passenden Drive, der sogar zwei Handlungsstränge miteinander verbindet. Während bei den Zerstörungsorgien für mich die doch etwas befremdliche und nicht immer nahtlosen Spezialeffekte einen nicht so tollen Beigeschmack hinterlassen, ist es etwas komplett anderes auf der zweiten Handlungsebene. Auf der zweiten Handlungsebene wird der Zuschauer mit unglaublich vielen Personen und Dialogen konfrontiert, deren Inhalt meist auf Exposition liegt und die japanische Bürokratie in ihrer reinsten Form präsentiert. Egal ob politische Entscheidungswege, bürokratische Dienstwege, wissenschaftliche Untersuchungen im Bereich von Biologie, usw. Das bietet neben den unzähligen Personen im Film einen enormen Overkill, der so vollgeballert ist, dass diese schnellen Dialoge und der Zusammenschnitt wichtiger Entscheidungen eine extrem absurde Dynamik entwickeln, die dem Film entweder zu einem enormen Tempo verhilft oder eine nüchterne Einschlafhilfe darstellt.

„Shin Godzilla“ - My First Look – 7/10 Punkte.

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