Seit 1954 treibt die atomar verstrahlte Riesenechse aus Japan schon ihr Unwesen, in etwa 30 Filmen, dazu kommen zwei amerikanische Varianten (von denen eine weiter fortgesetzt wird). Nach dem unrühmlichen Ende der ersten Filmreihe in den 70ern (Godzilla war zum Kinderfreund geworden und seine Filme immer seichter), hatte man die anderen Reihen immerhin mit Krachhern (Godzilla versus Destroyer bzw. Godzilla Final Wars) beendet. Mit diesem Film geht man zurück an den Ursprung und startet die Reihe komplett neu, in einer Welt, in der es noch keinen Godzilla gegeben hat. Wie das Original nutzt auch dieser Film das Monster nur als Mittel zum Zweck. Das Augenmerk ist ein satirischer Politthriller, der immer dramatischer wird. Wie sich japanische Politiker den schwarzen Peter zuschieben, um Kompetenzen rangeln und mit Menschenleben rechnen ist im Hinblick auf den Ernst der Lage halb lächerlich und halb wütendmachend (aber wohl leider ziemlich realistisch…). Das wirkt, wie das Original, über weite Strecken wie ein Katastrophenfilm, in dem es mehr um Auswirkungen der Angriffe (sterbende und fliehende Menschen, zerstörte Straßenzüge) und die Reaktionen darauf (der Krisenstab, internationale Verhandlungen, verzweifelte Notfaallpläne). Das Monster selbst wird dabei recht sparsam eingesetzt, dafür aber umso zerstörerischer – Tokyo wird mal wieder genüsslich zerschmettert. Wie im Original ist Godzilla eine Naturgewalt, die einfach mal alles platt macht. So richtig. Und gegen die es bis zum Finale kein Mittel gibt. Besagtes Finale dreht dann richtig auf – ganze Fliegerstaffeln werden pulverisiert, Hochhäuser auf die Echse geschmissen und Züge als Waffe eingesetzt.
Das alles ist etwas ernster angelegt als zum Beispiel „Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn“ und ein würdiger Eintrag und Neustart der Reihe (das Ende zeigt deutlich, dass der Film auf eine – oder auch zwanzig – Fortsetzung(en) angelegt ist, die ich gerne nehme, wenn die Qualität so hoch bleibt.
Sechs von zehn mutierten Riesenechsen