Review
von Leimbacher-Mario
Egal ob Goblins oder Trolle... Hauptsache Gemüse!
Ich weiß noch ganz genau, wie heftig ich mir damals das Kissen vor die Augen gedrückt habe, als der Alptraum des kleinen Jungen im Auto recht zu Beginn kam, in dem er sich in einen Baum oder Gemüse verwandelt und seine Familie plötzlich bösartige, hungrige Trolle/Goblins sind, ihn hungrig anstarren... Und obwohl die handgemachte, schleimige Verwandlung sich durchaus sehen lassen kann, ist es aus heutiger Sicht natürlich vollkommen verrückt, vor „Troll 2“ Angst zu haben. Denn er zählt noch immer völlig zurecht zu den trashigsten und unfreiwillig komischsten Filme... aller Zeiten. Punkt. Nicht mehr, nicht weniger. Kult in seinem ganz eigenen Sinne. Wirr, bescheuert, lächerlich. Nie ernst zu nehmen... Eine vierköpfige Familie will einen kleinen Urlaub in der idyllischen Gemeinde „Nilbog“ (aaaaah, ihr Schelme!!!) machen - um dann feststellen zu müssen, dass dieser grüne Arsch der Welt ausschließlich von gestaltwandelnden Goblins bewohnt wird, die ihre Opfer gerne in Gemüse verwandeln und dann verspeisen...
„Birdemic“. „Hobgoblins“. „The Room“. „Plan 9 From Outer Space“. „Reefer Madness“. „Manos“. In diese Reihe tritt „Troll 2“ locker ein, sticht dort vielleicht sogar nochmal heraus. Und das muss man erstmal schaffen! Inklusive eigener Doku („Best Worst Movie“), inklusive etlicher bierseliger Abende, die die Fans schon mit ihm verbracht haben. Ich auch. Könnten DVDs wie damals VHS ausnudeln - sie wäre mittlerweile nur noch Staub und Knochen! Der „Vorgänger“ ist partiell schon unheimlich cheesy und schlecht, doch man kann ihn noch einigermaßen ernst nehmen. „Troll 2“ kennt dann endgültig keine Grenzen mehr und sprengt etliche Skalen. Laura Gemser (!) macht die Kostüme! Vegetarismus tötet! Ein Keyboard-Score, der sicher spontan eingespielt wurde! Kleeblatt-Warzen! Steifste Dialoge. Kartoffelsäcke! Creedence! Ein unverschämt-„böses“ Ende aus dem Nichts! Keine Verbindung zum „Teil 1“. Nebenfiguren, die versumpfen und einfach verschwinden. Eine sich mit laufender Spielzeit wie ein Virus ausbreitende Kein-Bock-Attitüde. „Troll 2“ kann so konsequent nichts, dass man ihn dafür nur liebhaben kann. Klar ist das immer schwer zu bewerten, eine 2 von 10 wäre genauso denkbar - doch im Grunde habe ich mit diesem glubschäugigen Querschläger einfach viel zu viel Spaß. Würdet und wieder. Und das ist beim Filmegucken immer noch eine der absoluten Kernqualitäten. Selbst wenn diese so ganz sicher nicht beabsichtigt waren. Egal. Das Ding bockt! Hätte aber eher „Goblin“ heißen sollen. Das vollkommene Gegenteil eines guten Films. Und ich liebe ihn dafür nur umso mehr!
Fazit: einer der witzigsten und weirdesten „Horrorfilme“ aller Zeiten. Davor kann nur ein Sechsjähriger Angst haben. Der Rest lacht sich schlapp. „Troll 2“ ist ein Trash-Must See ohne Wenn und Aber. Unterirdisch und überbelichtet. Waldmeistercreme und Veggiewirrwarr. Oh my Gooooooood! :D