Der letzte Held der Apachen
Geronimo führt als Häuptling und Held seinen Indianerstamm verständlicherweise nicht unbedingt zufrieden, aber friedlich und weitsichtig in ein Reservat. Doch als das dortige Land einen neuen Besitzer bekommt, der nicht gut auf die umgesiedelten Ureinwohner zu sprechen ist, steht sein Volk erneut Widerständen und womöglich sogar der Ausrottung gegenüber…
G-G-G-G-Geronimoooo!
Western aus der Sicht der „gegenüberliegenden“ Seite - egal ob man die jetzt Ureinwohner, Uramerikaner, Natives oder Indianer nennt - gibt es doch mehr als man denkt. Zumindest in den letzten Jahrzehnten haben sie etwas in ihrer Anzahl angezogen, siehe „Hostiles“ oder „Dances with Wolves“. Doch in den 50ern und 60ern, der Blütezeit des amerikanischen Westerns, waren diese noch rar gesät, selbst wenn etwa „Little Big Man“ als starker Grenzenverwischer genannt werden muss. „Geronimo“ von 1962 geht allerdings all-in mit diesem Blickwinkel und seinen exotischen Protagonisten, was ganz klar sein dickstes Pro ist. Einzutauchen in diesen Apachestamm und dann auch noch alles aus einer recht weisen, diplomatischen, sicher auch etwas traurigen Denkweise zu sehen, kann ich nur respektieren und als erfrischend abstempeln. Selbst heute noch. Tolle Landschaften und eine unfassbar hübsche Frau Devi tun ihr Übriges. Leider kränkelt „Geronimo“ an nahezu allen anderen Aspekten, die ein guter Western, Film, eine packende Geschichte haben sollte. Es fehlen einigermaßen erinnerungswürdige Actionmomente, wirklich viel Empathie baut keine Figur, kein Handlungsstrang auf, ein gemeiner Bösewicht bleibt ebenso wenig hängen wie irgendeine Performance. Trotz der stechenden blauen Augen des Stars. Daher bleibt „Geronimo“ hinter seinen respektablen Absichten und massiven Möglichkeiten.
Fazit: historisch vielleicht fragwürdig, von der Geschichte bis zu den blauen Augen - als mutiger, diplomatischer, grenzenüberwindender Western mit eher ungewohntem Blickwinkel aber nicht ohne Kraft. Dennoch bleibt alles - von der Action bis zu den Figuren - eher blass. Nur Kamala Devi ist unreal schön.