kurz angerissen*
Anknüpfend an Shane Blacks erste Regiearbeit "Kiss Kiss Bang Bang" könnte man seinem dritten Werk (nach der Auftrags-Comicverfilmung "Iron Man 3") nun Malen nach Zahlen vorwerfen, da seine aktuelle Krimikomödie nach demselben Muster verfährt. Da aber inzwischen über zehn Jahre verstrichen sind und sonst praktisch ganz Hollywood in diesem Zeitraum kein ordentliches Buddy Movie auf die Beine stellen konnte, erübrigt sich dieser Vorwurf und wir freuen uns darüber, dass ein solches überhaupt noch eine Chance bekommt.
Russell Crowe und Ryan Gosling sind dabei eine absolut logische Wahl, um Robert Downey Jr. und Val Kilmer zu beerben. Crowe, der inzwischen einige Pfund zugelegt hat, genießt seinen politisch inkorrekten Lebemann-Loser-Typenmix offenbar aus vollen Zügen und erzeugt im Zusammenspiel mit dem schwächlich wirkenden Gosling (inklusive extragroßem Pornoschnäuzer) vor allem ein gerüttelt Maß an physischer Comedy, auf der das Grundverständnis zwischen den beiden (natürlich in jeder Hinsicht ungleichen) Schnüfflern aufbaut. Besonders gut gelingt dabei der Einbau von Goslings Filmtochter (Angourie Rice), die das stete Pendeln zwischen gefährlichen Berufsmomenten und auflösender Situationskomik mit einer Mischung aus kindlicher Naivität und nüchternem Klarblick kommentiert und dabei fast unbemerkt ein dichtes Band zwischen den Hauptdarstellern knüpft.
Tumbe Faustschläge dienen natürlich meist als Pointe, aber das in grässlichen Bronze- und Orangetönen gestrichene 70er-Flair fragt ja nach genau dieser einfachen Konfliktlösung und Black ist nur zu bereit, sie stets mit einem trockenen Spruch zu servieren. In Jubelarien muss man deswegen nicht verfallen, hin und wieder lacht man aber gerne mal über ein abgewracktes Duo, das sich durch derbere Erwachsenenstoffe prügelt und vor den bösen Buben hin und wieder auch mal die Hosen runterlassen muss.
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