Review

Als Schilderung einer Epoche und der Ruhrpott-Kultur in den 60-ern sicherlich recht gut wiedergegeben. Da die Verfilmung von Adolf Winkelmann ("Die Abfahrer", "Jede Menge Kohle") auf einem Roman basiert, darf man schon annehmen, dass dessen Autor Ralf Rothmann weiß, wovon er schreibt und das atmet der Film auch in jeder Sekunde aus seiner Staublunge.
Von Mutti kloppt mit dem Kochlöffel über die Anbiederung bei den großen Jungs bis zu "Hast du überhaupt schon Haare am Sack ?" und dem Malocher-Vater ohne große Worte ist das offensichtlich aus dem Leben gegriffen.
Zu faszinieren weiß der Film aber dennoch nicht. Dafür fehlt es an Überraschungen, Wendungen, Dramatik, Neuigkeiten.
Der junge Hauptdarsteller Julian Collien macht seine Sache sehr gut, auch alle anderen Akteure überzeugen. Insbesondere Peter Lohmeyer als Mann von nebenan, der sich offensichtlich mehr als nur gut nachbarschaftlich für den Jungen interessiert, liefert eine eine sehr nuancierte Darstellung ab.
Die gestalterischen Gimmicks wie Formatwechsel und Schwarz-Weiß/Farbwechsel laufen hingegen weitgehend ins Leere und oft ist mir die Inszenierung zu glatt, das Bild zu sauber. So wie Charly Hübner zwar gut spielt, aber nicht wirklich wie ein Kumpel aussieht, der die Kohle nie richtig unterm Fingernagel wegbekommt.

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