Mittlerweile haben sich die Fernsehzuschauer am TV-Event „Mafia“, bei dem das gleichnamige Gesellschaftsspiel gespielt wird, satt gesehen und das obwohl die unterlegenen Mitspieler nicht nur einfach ausscheiden, sondern ihr Leben verlieren. Die Kandidaten, die eine gewaltige Geldsumme gewinnen können, spielen also um den größtmöglichen Einsatz. Um das Interesse am morbiden Treiben zu steigern, nimmt der Macher der Show Einfluss auf die Kandidatenauswahl. Dann beginnt die neue Runde.
Der Ansatz von „Survival Game“ ist altbekannt: Es geht um die Verrohung der Gesellschaft, um die Faszination von Gewalt und Tod, um den Voyeurismus der Medienlandschaft, welche die niedersten Instinkte ihrer Konsumenten bedient. Während es weitaus bessere Vorbilder wie „Battle Royale“ oder „Die Truman Show“ jedoch schafften, den Zuschauer selbst in die Rolle des Voyeurs zu drängen, der sich an den Grenzüberschreitungen berauscht, läuft „Survival Game“ eher an selbigem vorbei.
Das ist einerseits den blassen Charakteren geschuldet, die von wahlweise uncharismatischen oder hölzernen Darstellern verkörpert werden und fast überhaupt nicht an Profil gewinnen. Die immer wieder eingespielten Backgroundgeschichten liefern nur lose Details und sind meist direkt wieder vergessen. Außerdem gibt es keine echten Sympathieträger, die der Film jedoch bitter nötig gehabt hätte, um den Zuschauer emotional zu packen. Da sich nicht erschließen lässt, wer Mitglied der Mafia ist und auch keine Hinweise gestreut werden, wird der Zuschauer zudem nicht in die Auflösung miteinbezogen.
Die Optik ist kalt aber futuristisch, versprüht jedoch durchgängig allenfalls den Charme eines B-Movies, was auch auf die schlechten Effekte zurückzuführen ist. An der Studiokulisse hat man sich denn auch schnell satt gesehen, weshalb sich die Macher eine innovative Tötungsmethode haben einfallen lassen, bei der die ausgeschiedenen Kandidaten mit ihren größten Ängsten konfrontiert werden. Das funktioniert jedoch auch nur bei den ersten ein bis zwei Kandidaten und eben nicht sieben bis acht Mal. Dass sich während des Spiels allerhand kuriose persönliche Verbindungen zwischen den Kandidaten ergeben und ein konfuses Finale das Ganze beschließt, macht den russischen Film vollends zum Trash.
Fazit:
Blasse Schauspieler, miese Effekte, austauschbare Charaktere und eine abstruse Handlung. Ein Film für einen gebrauchten, zum Glück aber nicht allzu langen DVD-Abend.
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