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Mal wieder mündet eine Nahtoderfahrung in einer übersinnlichen Fähigkeit und am Ende darf natürlich der Exorzismus nicht fehlen. Autor und Regisseur Tom Lewis schüttet einige Zutaten populärer Okkultismusfilme in einen Topf und serviert sie löffelweise, allerdings ohne Zugabe notwendiger Würze.

Cassie (Kristen StephensonPino) ist nach einem Autounfall mit mehreren Toten zwanzig Minuten klinisch tot, bevor sie wieder erwacht. Danach scheint ihr Leben völlig verändert, denn sie hört ständig Stimmen, sieht Gestalten und fremde Gesichter. Die Sitzungen bei Dr. Switzer (Larrs Jackson) scheinen zunächst ergiebig, doch dieser benötigt alsbald die Unterstützung eines Geistlichen...

Zwar verbringt die Erzählung nicht allzu viel Zeit mit Vorgeplänkel und der Autounfall, relativ unspektakulär und knapp in Szene gesetzt, bildet den Einstieg, doch danach dauert es recht lange, bis überhaupt etwas Paranormales wahrzunehmen ist. Über Schatten, Silhouetten und düstere Gesichter, einem kleinen Mädchen in weißem Kleid und Flüsterstimmen kommen die Spukeffekte jedoch lange nicht hinaus. Der Stoff gibt sich phasenweise recht dialoglastig, was in Anbetracht der überwiegend hölzern performenden Mimen nicht vorteilhaft ist.
Spannende oder gar mitreißende Momente bleiben nahezu aus und erst als Cassie von Dämonen in die Ecke gedrängt wird, wird die Sache interessanter, - da laufen jedoch bereits die letzten zehn Minuten.

Zwar ist die Ausstattung okay, die wenigen Effekte wie splitterndes Holz, rüttelnde Regale oder ein Erdriss sind solide inszeniert und die Sounduntermalung geht ebenfalls in Ordnung, doch die Geschichte bringt weder innovatives Material, noch fallen die Schockmomente ergreifend aus. Die schwachen Figurenzeichnungen tragen ebenfalls nicht zum Unterhaltungswert bei und so dümpelt das Treiben über weite Teile eindimensional und lahm vor sich hin.

Selbst der Exorzismus zum Finale bringt kaum eine Steigerung zustande, mal abgesehen von passabler Auftritte einiger Untoter, welche jedoch relativ unspektakulär verschwinden.
Zwischenzeitlich reißen die langen Schreie der Hauptfigur aus der Lethargie, denn die Besuche beim Spezialisten nehmen recht viel Zeit in Anspruch, während halbwegs spannende Momente wie eine Autofahrt mit Dämon im Gepäck viel zu hastig abgearbeitet werden.

Ansonsten fällt die unsichere Kamera mit einigen unsanften Bewegungen negativ auf, Kristen StephensonPino performt immerhin einigermaßen glaubhaft und Lokalitäten wie Krankenhausflur oder verwaister Keller bringen den Hauch von Atmosphäre ins Spiel.
Unterm Strich fällt der Streifen überwiegend langweilig aus, ein Mitfiebern ist zu keiner Zeit gegeben und selbst gegen Showdown ist kaum eine Spannungssteigerung auszumachen.
Keine komplette Gurke, aber nichts, wofür sich das Einschalten lohnt.
Knapp
4 von 10

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